14:03 17 November 2018
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    Situation in Jemen

    Saudischer Militäreinsatz wird Jemen nicht beruhigen

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    Militäroperation in Jemen (71)
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    Saudi-Arabien interveniert im Konflikt im benachbarten Jemen und bombardiert die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete, schreibt die Zeitung “Kommersant” am Freitag.

    Katar, Kuweit, Bahrain, VAE, Ägypten, Marokko, der Sudan, Jordanien und Pakistan beteiligen sich an der Militäroperation „Sturm der Entschlossenheit“. Die USA leisten den Verbündeten eine „logistische und geheimdienstliche Unterstützung".

    Saudi-Arabien entschloss sich zu dem Militäreinsatz, nachdem die Huthi-Rebellen die Hafenstadt Aden angegriffen hatten. Die Öltransportrouten aus dem sunnitischen Persischen Golf durch den Golf von Aden und Bab al-Mandab nach Europa und in die USA sind bedroht. Riad will verhindern, dass die Huthi-Rebellen als Verbündete Irans einen großen Teil der jemenitischen Küste unter ihre Kontrolle nehmen. Die für den Erdöltransport strategisch wichtige Straße von Hormus wird ohnehin schon von den Iranern kontrolliert.

    Nach Luftschlägen in Jemen
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    Dem Berater des saudischen Ministers für islamische Angelegenheiten und Diplomatie, Majid Abdelaziz at-Turki, zufolge „ist das wichtigste Ziel der Koalition die Wiederherstellung der Rechtsordnung und die Rückgabe der Vollmachten des Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi, den Riad – ebenso wie die Uno — für legitim hält. Jemens Präsident hatte die Golfstaaten zum militärischen Eingreifen aufgerufen.
    Nach „Kommersant“-Angaben wollen viele jemenitische Stämme den Präsidenten des Landes jedoch nicht unterstützen. Sie sind von seiner Politik enttäuscht und kritisieren die engen Beziehungen zu Washington und Riad. Außerdem erhielten sie unwiderstehliche Angebote vom früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh, der nach seiner Entmachtung 2011 weiterhin großen Einfluss hat und von den Huthi-Rebellen unterstützt wird.

    Ein gespaltener Jemen könnte zum Kriegsschauplatz der Saudis und Iraner werden, die als wichtigster Geldgeber der Huthi-Rebellen gelten. Der Koalitionseinsatz im Jemen startete ohne Einwilligung von internationalen Organisationen, obwohl diese Frage am Wochenende auf dem Gipfel der Arabischen Liga in Ägypten besprochen werden sollte. Gestern warnte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, die USA und andere Länder, die den Militäreinsatz in Jemen gutheißen, vor ernsthaften Folgen für die regionale Sicherheit.

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    Luftangriff, Abed Rabbo Mansur Hadi, Alexander Lukaschewitsch, USA, Persischer Golf, Jemen, Saudi-Arabien