SNA Radio
    Die zwischen 1938 und 1941 geprägte deutsche Münzen wurden  ím Nationalpark Teyú Cuare im Norden Argentiniens gefundenReste eines im 18. Jahrhundert gebauten Hauses im Nationalpark Teyú Cuare im Norden Argentiniens

    Argentinien: Geheimes Nazi-Versteck entdeckt?

    © REUTERS / Clarin newspaper/Handout via Reuters © AP Photo / University of Buenos Aires Urban Archeology Center
    1 / 2
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nowyje Iswestija
    0 6714

    Laut argentinischen Medienberichten ist in diesem Land ein geheimes Versteck von deutschen Nazis entdeckt worden, die sich nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg in Südamerika versteckt hatten, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Freitag.

    Im Nationalpark Teyú Cuare im Norden Argentiniens, nahe der Grenze zu Paraguay, wurden drei zerstörte Gebäude entdeckt sowie mehrere zwischen 1938 und 1941 geprägte deutsche Münzen und ein Porzellansplitter mit der Aufschrift „Made in Germany“.

    „Offensichtlich haben die Nazis während des Kriegs ein geheimes Projekt zum Bau von Verstecken für die Führung des Dritten Reiches für den Fall einer Niederlage begonnen“, zitierte die argentinische Zeitung „Clarín“ den Archäologen Daniel Shavelson, der die Ruinen im Wald entdeckt hat.

    Später stellte sich jedoch heraus, dass die Journalisten die Worte des Archäologen falsch verstanden hatten, der nur vermutet hatte, dass es sich um ein Nazi-Versteck handeln könnte. In Wahrheit handelt es sich um die Reste um eines bereits im 18. Jahrhundert gebauten Hauses, von dem Archäologen bereits Kenntnis hatten. Unklar ist allerdings, wieso dort deutsche Münzen gefunden wurden. Somit kann man nicht hundertprozentig ausschließen, dass sich Nazis dort tatsächlich versteckt hatten. Dass viele hochrangige Nazis nach dem verlorenen Krieg nach Südamerika, darunter nach Argentinien, geflohen waren, ist allgemein bekannt.

    Nach Angaben des Simon-Wiesenthal-Zentrums, das nach geflüchteten Nazis sucht, hatte der argentinische Präsident Juan Peron, der zwischen 1946 und 1955 sowie neun Monate lang 1973 und 1974 an der Machtspitze stand, den Nazis erlaubt, in seinem Land zu leben.

    Auf Perons Befehl haben die Behörden insgesamt 10.000 argentinische Blanko-Pässe der Organisation ODESSA (diese deutsche Abkürzung hat nichts mit der gleichnamigen ukrainischen Stadt zu tun) verkauft, die ehemalige SS-Soldaten unterstützte. Nach neuesten Angaben haben sich bis zu 2000 Nazis in Brasilien, bis zu 1000 in Chile und Hunderte in Paraguay und Uruguay versteckt.

    Reste eines im 18. Jahrhundert gebauten Hauses im Nationalpark Teyú Cuare im Norden Argentiniens
    © REUTERS / Clarin newspaper/Handout via Reuters
    Reste eines im 18. Jahrhundert gebauten Hauses im Nationalpark Teyú Cuare im Norden Argentiniens

    Verschwörungstheoretiker behaupten, dass auch Naziführer nach Südamerika geflüchtet wären. So soll Martin Bormann nicht in Berlin, sondern viele Jahre später in Argentinien gestorben sein. In Paraguay sei angeblich sogar Adolf Hitler gesehen worden.

    Nach der jüngsten Entdeckung in Teyú Cuare wurde das Thema Nazi-Gold erneut aufgeworfen. Laut einer Version, die bereits in den 1960er-Jahren zum ersten Mal geäußert wurde, hatte Peron die Nazis nicht nur wegen seiner Sympathie für Hitler und Mussolini, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Gründen in sein Land ziehen lassen.

    Es handelt sich um insgesamt 2,5 Tonnen Gold, 90 Kilogramm Platin, 4600 Karat Diamanten und andere Edelsteine, die angeblich im Frühjahr 1945 aus Deutschland nach Patagonien mit einem U-Boot gebracht wurden. Damals waren diese Schätze ungefähr 800 Mio. US-Dollar wert. Dieses Vermögen soll sich die Familie Peron angeeignet haben. Dokumentierte Beweise dafür, dass das Nazi-Gold tatsächlich nach Argentinien gebracht wurde, gibt es allerdings nicht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Merkel mit Nazis auf Titelbild – Spiegel-Chefredakteur klärt über Motive auf
    Duma plant Vorstoß gegen Nazi-Tattoos
    Stalingrad-Veteranen rufen Merkel zu gemeinsamem Kampf gegen Nazismus in Ukraine auf
    „Sehnsucht nach Nazi-Besatzung?“ - russischer Diplomat zu Äußerung Jazenjuks
    Tags:
    Nazi-Gold, Zweiter Weltkrieg, Nationalpark Teyú Cuare, Juan Peron, Daniel Shavelson, Deutschland, Argentinien