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    Cockpit von einem Übungs-A320

    Piloten als Selbstmörder sind kein Einzelfall

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    A320-Absturz in Südfrankreich (41)
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    Nach Angaben der französischen Ermittlungsbehörden könnte der Co-Pilot des Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings die 149 Insassen absichtlich mit in den Tod gerissen haben. Es ist nicht die erste Flugzeugkatastrophe dieser Art, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Freitag.

    Die schlimmsten Flugzeugkatastrophen
    © AP Photo / New York Police Department
    Nachdem der Kapitän das Cockpit des Airbus verlassen und den Autopiloten eingeschaltet hatte, verriegelte der Co-Pilot die Tür und ließ die Maschine absichtlich in den Sinkflug übergehen, sagte der französische Staatsanwalt Brice Robin auf einer Pressekonferenz.

    Der Staatsanwalt bezeichnete es als „bewussten Versuch, das Flugzeug zu zerstören“, schlussfolgerte aber daraus nicht, dass es sich dabei um einen Selbstmord handelte.

    In der Geschichte der Luftfahrt sind einige Fälle bekannt, in denen die Piloten die Flugzeuge während des Flugs absichtlich abstürzen ließen (nicht alle von ihnen wurden offiziell bestätigt). Am 19. Dezember 1997 verunglückte in Indonesien eine Boeing 737 der Silk Air. Dabei kamen 104 Menschen ums Leben. Nach einem steilen Sinkflug zerschellte das Flugzeug auf dem Boden. Die indonesischen Behörden konnten die Ursache der Katastrophe nicht ermitteln. Die US-Behörde für Transportsicherheit äußerte jedoch die Vermutung, dass der Absturz der Maschine vom Kapitän herbeigeführt worden sein könnte.

    Auch beim mysteriösen Verschwinden des Flugs MH370 der Malaysia Airlines im März 2014 wurde spekuliert, dass einer der Piloten den Suizid begangen haben konnte. Dem Gründer der neuseeländischen Fluggesellschaft Kiwi Airlines, Ewan Wilson, zufolge war der Kapitän der Maschine, Sachari Shah, psychisch krank und hatte den Selbstmord begangen.

    Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde (FAA) wurden von 2003 bis 2012 acht Selbstmorde von Piloten während des Flugs festgestellt. In den meisten Fällen flog der Pilot allein. Als Faktoren, die Piloten zu solch einem Schritt bewegen, nennt die US-Behörde Depressionen, gesellschaftlich negative Erlebnisse und finanzielle Probleme.

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    Suizid, Flugzeugabsturz, Boeing 737, A320, Malaysia Airlines, Silk Air, US-Luftfahrtbehörde (FAA), Sachari Shah, Ewan Wilson, Indonesien, Frankreich