01:07 11 Dezember 2017
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    Experte: Russische Rüstungsindustrie verliert den Anschluss

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    Nowyje Iswestija
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    Russische Waffen verlieren ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag unter Berufung auf den Berater der Waffenexportbehörde Rosoboronexport, Alexander Brindikow.

    Brindikow sprach im Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) davon, dass die  russischen Waffenbauer bereits „die Hälfte der Sektoren der Rüstungsindustrie verlassen mussten, und dabei handelt es sich nicht um unsere Fehler im Marketing, sondern darum, dass wir auf diesen Gebieten nicht mehr konkurrenzfähig sind“.

    Großenteils seien die jüngsten Probleme auf die westlichen Sanktionen gegen die russische Rüstungsindustrie zurückzuführen, die Russlands Versorgung mit Dual-Use-Produkten untersagen, äußerte der Rosoboronexport-Vertreter.

    Die von "Nowyje Iswestija" befragten Experten glauben nicht, dass der russische Waffenexport demnächst schrumpft – dank längerfristiger Verträge. Aber die Eroberung von neuen Märkten und die Wettbewerbsfähigkeit mit modernerer Militärtechnik aus dem Westen kommen nicht mehr infrage. „Die russische Rüstungsindustrie ist (…) auf Importausrüstungen angewiesen“, sagte der Direktor des lettischen Zentrums für strategische Forschungen „Anderes Europa“, Pawel Lewuschkan. Als Beispiel führte er optisch-elektronische Erkennungssysteme an – die „Augen und Ohren“ für Panzer und Flugzeuge.

    Andere Experten zeigten sich allerdings nicht so pessimistisch. „Russland könnte Militärtechnik bei seinen Partnern aus dem Asien-Pazifik-Raum kaufen, Lizenzen für die Produktion dieser Technik kaufen und Spezialisten aus den jeweiligen Ländern einladen, die unsere Ingenieure, Konstrukteure, Technologen und das IT-Personal kontrollieren würden“, so der Vizepräsident des Russischen Ingenieursverbandes, Iwan Andrijewski. In mittelfristiger Perspektive könnte Russland diese Technik auch selbstständig bauen. Dass aber Russland in absehbarer Zeit Mikroelektronik auf Weltniveau baue, sei ausgeschlossen, räumte der Branchenkenner ein.

    Laut dem jüngsten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) ist Russland allerdings nach wie vor der zweitgrößte Waffenexporteur der Welt nach den USA und vor China.

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    Tags:
    Rüstung, Rosoboronexport, Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI), Pawel Lewuschkan, Alexander Brindikow, Iwan Andrijewski, USA, Russland, China