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23:45 22 Oktober 2019
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    Situation in Jemen

    Keine russische Spur im Jemen-Konflikt

    © REUTERS / Mohamed al-Sayaghi
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    Russland hat in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am Samstag vorgeschlagen, eine Resolution zur Unterbrechung der Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Koalition aus humanitären Gründen zu verabschieden , schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Jordaniens Vertreter, der im April den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat hat, betonte, dass dieser Vorschlag erörtert werde. Moskau ruft auch zur Konfliktlösung durch Verhandlungen und zu einem Waffenstillstand auf. Russland hat bereits die Mitarbeiter seines Generalkonsulats in Aden abgezogen und hilft bei der Evakuierung von Russen und Staatsbürgern anderer Länder aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

    Auch das Internationale Rote Kreuz brachte eine ähnliche Initiative vor. Demnach sollen alle Luft-, Boden- und Seewege unverzüglich für mindestens 24 Stunden geöffnet werden. Sonst werde es zu noch mehr Opfern unter den friedlichen Einwohnern kommen.

    Der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, bezeichnete die Spekulationen über russische Waffenlieferungen nach Jemen als gefährliche Fantasien.  Damit bezog er sich auf die Äußerung des jemenitischen Außenministers Rijad Jasin, dass die russischen Flugzeuge, die die russischen Staatsbürger in Sicherheit brachten, Waffen für die Huthi-Rebellen gebracht hätten. Lukaschewitsch zufolge sind solche Äußerungen absurd und provokativ. Russland bringe unter schweren Bedingungen seine Staatsbürger und Bürger anderer Länder, darunter der zur Anti-Huthi-Koalition gehörenden Staaten, in Sicherheit. Dabei mische sich Moskau nicht in die Jemen-Krise ein, so der russische Außenamtssprecher.

    Laut dem russischen Experten Georgi Mirski hat Russland keine Interessen im Jemen und kann als neutrales Land auftreten. Doch den USA könnte man vorwerfen, dass sie der engste Verbündete Saudi-Arabiens, eines sunnitischen Landes, seien. Der Iran sei ein schiitisches Land und befinde sich demnach auf der anderen Seite. Russland gehöre jedoch keiner Seite an. Daraus ergebe sich die russische Initiative im UN-Sicherheitsrat.

    Russland würde auf keinen Fall die Huthi-Rebellen unterstützen. Das würde das Abstoßen von allen Ländern des Persischen Golfs und — was am wichtigsten ist — Ägyptens bedeuten. Ägypten sei ein sunnitisches Land. Russlands Präsident Wladimir Putin sei vor kurzem in Ägypten zu Besuch gewesen, es seien gute Beziehungen zu erkennen. Zugleich sei auch der Iran ein sehr wichtiges Land für Russland, man dürfe die Beziehungen mit Teheran nicht verschlechtern.

    Auf die Frage, ob sich Teheran in den Krieg im Jemen einmischen werde, antwortete der Experte, dass der Iran zwar Glaubensgenossen unterstütze, nicht aber seine Truppen dorthin schicken würde. Zudem sei eine Vereinbarung  über das iranische Atomprogramm erreicht worden. Der Iran sei an der Aufhebung der Sanktionen interessiert und würde nicht aktiv im Jemen vorgehen.

    Einen Sieger im Jemen-Konflikt werde es wohl kaum geben. Die Huthi-Rebellen würden kaum im Lande dominieren, weil die Schiiten nicht mehr als 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen, der Rest seien Sunniten. Es werde zum Blutvergießen kommen, doch im Ergebnis würde der Jemen entweder sich spalten oder als Staat aufrechterhalten bleiben, in dem sowohl Sunniten als auch Schiiten unter einer „Kompromissführung“ koexistieren werden, so der Experte.

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    Luftangriff, UN-Sicherheitsrat, Georgi Mirski, Alexander Lukaschewitsch, Russland, Sanaa, Jemen, Saudi-Arabien