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02:35 18 August 2019
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    Der russische Rubel

    Experten irren sich beim Rubel

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Saudi-Arabien trieb gestern die Erdölpreise nach oben, indem es die Vergünstigungen für Abnehmer aus Asien aufhob. Dadurch sank der Dollar-Kurs auf dem russischen Devisenmarkt erstmals in diesem Jahr unter die Marke von 56 Rubel, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Experten verbinden das Interesse Saudi-Arabiens an teurem Erdöl vor allem mit dem Konflikt im Jemen. Saudi-Arabien begründet seine Maßnahme jedoch mit der Wiederherstellung der weltweiten Nachfrage nach Erdöl.

    Auf dem Weltmarkt gibt es zurzeit mehrere Faktoren, die den Ölpreis nach oben oder nach unten treiben können. Die Exportländer stellen sich bereits darauf ein, dass im Sommer iranisches Öl auf den Markt strömen wird. Dazu kommt es jedoch erst, wenn sich Teheran bezüglich seines Atomprogramms mit anderen Ländern einigt und Washington alle Sanktionen aufheben wird.

    Auch der Irak hat große Pläne. In den kommenden Jahren wollen die Iraker die Ölförderung verdoppeln, was zum Absturz der Ölpreise führen kann.
    Allerdings könnte die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Förderung drosseln, um dem Strom des iranischen und irakischen Erdöles sowie den Versuchen der USA, ihre Präsenz auf dem Markt durch Schieferöl auszuweiten, entgegen zu wirken. Diese Meinung äußerten mehrere ausländische Experten, unter ihnen Nicolò Sartori vom Institut für internationale Beziehungen in Rom.

    Die Experten sehen jedoch keinen Grund, die Situation zu dramatisieren. „In den kommenden Quartalen wird der Ölpreis den Tiefstwert  von Januar kaum unterbieten und unter die Marke von 50 Dollar je Barrel fallen“, sagte Finanzanalystin Jana Trubnikowa. „Ein Preis unterhalb von 50 Dollar je Barrel ist für keinen vorteilhaft, deshalb kann man bald eine Wiederherstellung des Preises bis zu 60 Dollar je Barrel erwarten.

    Nicht nur der Ölpreis ist schwer vorherzusagen, sondern auch der Rubel-Kurs. „Der Rubel hat die führenden Analysten genarrt, von der schlechtesten Währung wurde er zur besten“, schrieb die Agentur Bloomberg gestern. Es wurde erwartet, dass die russische Währung in diesem Jahr weiter an Wert verliert. Trotz der Sanktionen und des billiger werdenden Öls begann der Rubel jedoch wieder zu erstarken.

    Den Experten zufolge ist der Rubel traditionell an den Ölpreis gebunden. Die Ereignisse in den vergangenen Wochen, die an dieser Koppelung Zweifel aufkommen ließen, seien nur eine vorübergehende Ausnahme von der Regel.

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    Tags:
    Rubel, Opel, Jana Trubnikowa, Irak, Saudi-Arabien