19:34 12 Dezember 2019
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    Situation im Irak

    Umstrittene Mission: Norwegen schickt Militärausbilder in den Irak

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    Norwegens Regierung hat die Entsendung von 80 Militärs in den Irak angekündigt, die dort die einheimischen Soldaten für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ausbilden sollen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    In Bagdad sind auch Ausbilder aus anderen westlichen Ländern zu erwarten – sowohl aus neutralen als auch aus Nato-Mitgliedsstaaten. Doch laut Informationen der norwegischen Medien kann nur das neutrale Österreich dem Irak tatsächlich helfen. Im Irak wird vorwiegend sowjetische und russische Militärtechnik genutzt – von Panzern über Kanonen bis zu Schusswaffen. Die westlichen Ausbilder haben keine Erfahrungen damit. „Österreich hat im Voraus russische Schusswaffen und Panzer beschafft, um ihre Militärs im Umgang mit dieser Technik auszubilden. Wir hätten ebenfalls so vorgehen sollen“, sagte ein Hauptmann der norwegischen Streitkräfte im Interview mit der Zeitung „Aftenposten“.

    IS-Kämpfer in Syrien
    © AP Photo / Raqqa Media Center of the Islamic State group
    Ihm zufolge wissen die Norweger nicht, wie man mit den sowjetischen Waffen umgeht, dennoch sollen sie die irakischen Militärs ausbilden. Die norwegischen Soldaten und Offiziere werden in Brandherde geschickt, um die Einheimischen im Umgang mit Waffen zu schulen, die sie selbst nicht benutzen und schlecht kennen.

    Nach Angaben der Quelle ist das Verteidigungsministerium selbst daran schuld, weil eine entsprechende Ausbildung in Norwegen organisiert hätte werden können, bevor man Militärs in den Krieg schickt. Man hätte auch Spezialisten und russische Waffenmodelle finden können. Es gehe dabei doch auch um die Sicherheit der eigenen Militärs.

    Das norwegische Verteidigungsministerium versucht, die Bevölkerung zu beruhigen, und sichert zu, die Sicherheit der Ausbilder bestmöglich zu gewährleisten. Laut einem Vertrag mit Bagdad werden sie nicht an den Kämpfen teilnehmen. Zu ihren Pflichten gehöre nur die Ausbildung der Soldaten und Offiziere der irakischen Armee. „Unsere Ausbilder werden den Irakern nicht den Umgang mit Waffen, sondern die Taktik, den effektiven Einsatz von Gewehren und Maschinengewehren im Kampf beibringen“, sagte der Sprecher der norwegischen Streitkräfte, Oberstleutnant Alexander Yankov.

    Dennoch sind viele norwegische Experten der Ansicht, dass es sich bei den Worten des Oberstleutnants um eine Ausrede handelt. Die Taktik einer Einheit definiert sich durch ihre Feuerstärke. Die Schussgeschwindigkeit und Schussweite der AK-47 der irakischen Armee unterscheiden sich stark von den technischen Daten der norwegischen Gewehre, weshalb die irakischen Soldaten anders als die norwegischen ausgebildet werden müssen.

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    Terrormiliz Daesh, NATO, Alexander Yankov, Norwegen, Irak, Österreich