SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    175
    Abonnieren

    In Panama-Stadt beginnt heute der siebte Amerika-Gipfel, der bereits als historisch eingestuft wird, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Zum ersten Mal nimmt Kuba an einem Amerika-Gipfel teil. Das Treffen zwischen Kubas  Staatschefs Raul Castro und US-Präsident Barack Obama ist eines der wichtigsten Ereignisse am Rande des Gipfeltreffens. Beide Staatschefs werden ein Zwischenfazit zu dem im Dezember begonnenen Neustart der Beziehungen ziehen. Bei den Plenarsitzungen steht die Krise in Venezuela im Mittelpunkt. Der Umgang mit diesem Land spaltete die amerikanischen Staaten in zwei Lager.

    Bruno Rodríguez und John Kerry
    © REUTERS / U.S. State Department/Handout via Reuters
    Allerdings gab es bereits im Vorfeld des Gipfels einigen Ärger. Vor dem Treffen der Vertreter der 35 Länder hatten mehrere Foren stattgefunden. Zu einem Forum versammelten sich die Vertreter der bürgerlichen Gesellschaft der Länder Nord- und Südamerikas. Zu den Teilnehmern gehörten die ehemaligen CIA-Mitarbeiter Felix Rodriguez Mendigutia und Luis Posada Carriles. Ersterer hatte 1967 eine Sonderoperation zur Liquidierung von Che Guevara organisiert, der Zweite wird der Beteiligung an Terroranschlägen und eines Anschlagversuchs auf Fidel Castro verdächtigt. Als die Delegationen Kubas und Venezuelas von dieser Zusammensetzung des Treffens erfuhren, verließen sie das Forum.

    Die beiden Länder stehen auch bei dem am Freitag beginnenden Gipfel im Mittelpunkt. Havanna wurde bereits 1962 aus der Organisation Amerikanischer Staaten ausgeschlossen, die diese Gipfeltreffen organisiert. 2009 wurde dieser Beschluss revidiert. Am Rande des Gipfels sollen Raul Castro und Obama zusammentreffen. Doch weder in Havanna noch in Washington wurde bis zuletzt mitgeteilt, in welchem Format das Treffen stattfindet.

    Obama und Castro trafen sich zum ersten Mal im Dezember 2013 bei der Beisetzung des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela. Damals beschränkten sie sich auf ein Händeschütteln und tauschten ein paar Sätze aus. Am 17. Dezember, als der Kurs auf die Normalisierung der Beziehungen angekündigt wurde, kam es zu einem Telefongespräch der beiden Staatschefs. Das Weiße Haus lockerte das Embargo gegen Kuba in den Bereichen Tourismus, Handel und Finanzen. Es wurde die Wiederherstellung einer direkten Telefonverbindung zwischen den Ländern vereinbart. Kuba könnte demnächst aus der US-Liste der Länder gestrichen werden, die den Terrorismus finanziell unterstützen. Das US-Außenministerium wird demnächst entsprechende Empfehlungen ans Weiße Haus schicken. Ein weiterer Schritt soll die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und die Eröffnung von Botschaften sein.

    Der begonnene Neustart wurde von den Staats- und Regierungschefs der lateinamerikanischen Staaten und den Kubanern positiv wahrgenommen. Laut einer Umfrage von Bendixen&Amandi halten 53 Prozent der Kubaner die USA für ein befreundetes Land, 80 Prozent haben ein positives Bild von Obama.

    Ein weiteres wichtiges Thema bei dem Gipfel sind die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela. Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro will Obama rund zehn Millionen Unterschriften zur Rücknahme des US-Beschlusses überreichen, Sanktionen gegen mehrere Mitglieder der  bolivarischen Regierung zu verhängen und Venezuela auf die Liste der Länder zu setzen, die die USA bedrohen.  „Ich werde völlig von Lateinamerika und der Karibik unterstützt. Mein Herz sagt mir, dass wir Frieden, Souveränität und Unabhängigkeit erreichen werden“, so Maduro.

    Allerdings übertreibt Maduro, wenn er davon spricht, dass er von allen unterstützt wird. Anfang dieser Woche wandten sich ehemalige Staats- und Regierungschefs von 18 lateinamerikanischen Ländern sowie der ehemalige Ministerpräsident Spaniens José Maria Aznar in einer gemeinsamen Erklärung an den Gipfel mit der Bitte, dringend eine alternative Lösung für die schwere Krise auszuarbeiten. Die Staatsführung Venezuelas wurde gebeten, die Menschenrechte zu respektieren und alle politischen Gefangenen freizulassen.

    Zum Thema:

    USA-Kuba: Obama setzt auf Annäherung
    Venezuelas Präsident wirft USA Zerstörung des Planeten vor
    Präsident Maduro: USA führen Wirtschaftskrieg gegen Venezuela
    Venezuela: Präsident gründet Kommission für Normalisierung von Beziehungen mit USA
    Tags:
    Nelson Mandela, Nicolas Maduro, Barack Obama, Venezuela, Kuba, USA