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    Nato nutzt Ukraine für Informationskrieg gegen Russland

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    Im Internet ist eine Art WikiLeaks-Klon entstanden, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Vorerst wurden auf der Website drakulablog.com vertrauliche Informationen zu Themen wie Ebola-Seuche, Aktivitäten der Terrorgruppierung “Islamischer Staat“ (IS) usw. veröffentlicht.

    Wer der Gründer der neuen Enthüllungswebseite ist, ist unbekannt. Wenn man den Namen Drakula bedenkt, dann könnte das beispielsweise ein rumänischer Beamter sein, der in den Nato-Strukturen tätig ist. Es könnte aber auch ein Offizier des ukrainischen Generalstabs sein, der an der Entwicklung von Operationen gegen die ostukrainischen Separatisten und Russland im Cyberraum mitwirkt. Oder einfach ein neuer Enthüller, der dem Beispiel des früheren Mitarbeiters der US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsagentur (NSA) Edward Snowden folgt.

    Unter anderem wurden unter drakulablog.com vier Dokumente veröffentlicht, die mit Russland und dem Ukraine-Konflikt verbunden sind. Dabei handelt es sich um Informationen über die Sitzung des Nato-Zentrums für strategische Kommunikationen vom 19. Februar in Riga, um einen Abkommensentwurf über die Finanzierung von ukrainischen Nichtregierungsorganisationen mit mehr als 240 000 Euro durch die britische Regierung sowie über zwei „informations-psychologische“ Operationen unter den Codenamen „Freier Donbass“ (Donezbecken) (in ukrainischer Sprache) und „Freies Russland“ (in russischer Sprache). Beide letzteren Pläne verfolgen das Ziel, „die politische und militärische Führung Russlands zu diskreditieren“.

    Was den Plan „Freies Russland” angeht, so gibt es im Internet bereits seit mehreren Monaten eine gleichnamige Website, die allerdings in letzter Zeit blockiert ist. Der Inhalt dieser Webseite stimmt generell mit dem Inhalt der Operation „Freies Russland” überein.

    Das Ziel dieser Operation ist wie folgt formuliert: „Verbreitung von panischen und defätistischen Stimmungen unter der Bevölkerung des Feindes (ihrer einzelnen Schichten und in einzelnen Regionen) zwecks Ablenkung der russischen staatlichen und nichtstaatlichen Medienstrukturen auf die Lokalisierung von Ideen und Stimmungen, die die Basis der russischen Staatsordnung zerstören“. Gleichzeitig werden auch die Aufgaben dieses Projekts aufgezählt, darunter „Förderung von separatistischen Ideen, die in den nationalen autonomen Republiken Russlands verbreitet sind, die Verbreitung der Idee von der Gefahr eines muslimischen Radikalismus für Russland, die angeblich von der Krim ausgeht; die Diskreditierung der regierenden Elite Russlands und Aufrufe zu aktiven Revolutionsaktivitäten (…), die Förderung des Misstrauens zum Regime durch die Diskreditierung von Putins Vertrauenspersonen usw.“

    Unter letzteren werden Verteidigungsminister Sergej Schoigu, der Direktor des Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) Alexander Bortnikow und der Befehlshaber der Truppen des Innenministeriums, Viktor Solotow, erwähnt. Zu den Föderationssubjekten, in denen separatistische Stimmungen verbreitet werden sollten, gehören die Region Krasnodar, Westsibirien, das Gebiet Kaliningrad und die Teilrepubliken Tatarstan, Baschkirien, Jakutien, Dagestan und Tschetschenien. 

    Für die Umsetzung des Projekts „Freies Russland” sind laut der Enthüllungswebseite die ukrainischen bewaffneten Strukturen zuständig, darunter der Sicherheitsdienst (SBU), der Stab der Anti-Terror-Operation im Osten des Landes, die Nachrichtenverwaltung im Generalstab usw. Sie genießen dabei die Unterstützung des Rigaer Nato-Zentrums für strategische Kommunikationen, des Nato-Cyberzentrums und der zuständigen US-amerikanischen und britischen Strukturen.

    Die für „informations-psychologische Operationen“ zuständigen US- und Nato-Vertreter sind in der Ukraine bekanntlich schon seit längerer Zeit aktiv. Bereits 2014 hatten sie laut Medienberichten dieses Land besucht und unter anderem in der Hafenstadt Mariupol ein Zentrum für den Informationskrieg gegen Russland eingerichtet.

    Ob und inwieweit diese Projekte im Kampf gegen den Kreml effizient sind, ist schwer zu sagen. Es stellt sich allerdings eine andere Frage: Wie ist es möglich, dass in Kiew Strukturen entstanden sind, für die laut ihren verkündeten Aufgaben große Finanzmittel ausgegeben werden? Daraus ist nicht schwer zu schlussfolgern, dass die Ukraine ein wichtiges Element des Informationskrieges der Nato bzw. der USA gegen Russland geworden ist. Das gab auch US-Präsident Barack Obama in einem Interview für CNN zu verstehen, als er sagte: „Wir traten als Vermittler bei der Machtübergabe in der Ukraine auf.“ Da der Artikel 5 des Nato-Vertrags für die Ukraine nicht gilt, scheinen die USA eine Nische im Ukraine-Konflikt gefunden zu haben, dank der sie sich an diesem Konflikt  beteiligen und ihre geopolitischen Ziele erreichen können.

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    Tags:
    Informationskrieg, NATO, Sergej Schoigu, Alexander Bortnikow, Ukraine, Russland