16:34 17 Juni 2019
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    Nordische Länder schmieden Militärbündnis

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    Nowyje Iswestija
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    Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Island haben ein Abkommen zum Ausbau ihrer Militärkooperation geschlossen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Die fünf nordischen Länder werden gemeinsame Übungen durchführen, Aufklärungsdaten austauschen, gegenseitig Militärstützpunkte zur Verfügung stellen sowie die Bedingungen für die gemeinsame Produktion von Rüstungsunternehmen vereinfachen.

    Der Wortlaut des Vertrags über das neue Militärbündnis, an dem drei NATO-Mitgliedsstaaten und zwei neutrale Staaten – Schweden und Finnland — teilnehmen, wurde Ende vergangener Woche in den führenden Zeitungen der fünf Länder veröffentlicht.

    Die nordischen Länder arbeiten aus Angst vor Russland zusammen. Die Verteidigungsminister der fünf Länder erklärten in der Präambel des Abkommens, dass „die Handlungen Russlands die Sicherheit in Europa herausfordern. Infolge dessen verschlechterte sich die Situation in der nordeuropäischen Region. Wir müssen uns auf neue Krisen oder Zwischenfälle gefasst machen.”

    Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Helsinki und Reykjavik weisen in Bezug auf die russische “Aggression” vor allem auf den Krim-Beitritt und die Militäreinätze im Osten der Ukraine, aber auch auf die Zuspitzung der Spannungen in Nordeuropa hin.

    In der nordeuropäischen Presse werden vor allem die Übungen der russischen Luftwaffe im Baltikum als Grund für das neue Verteidigungsbündnisses genannt. Bei den Übungen soll dem schwedischen Militär zufolge ein Atomschlag gegen Schweden geprobt worden sein. Auch die Andeutungen des russischen Botschafters in Dänemark über einen russischen Atomwaffeneinsatz gegen dieses Land hatten in diesem Zusammenhang für Wirbel gesorgt.

    Laut der norwegischen Militärexpertin Janne Haaland Matlary wird der Argwohn in Russland bezüglich dieses Bündnisses der nordischen Länder wachsen. „Schweden und Finnland als neutrale Staaten kommen mit dem Abschluss des Abkommens der Nato einen Schritt näher“, sagte die Expertin.

    Dennoch beteuerten die Regierungen Schwedens und Finnlands, dass ein Betritt zur NATO derzeit ausgeschlossen sei. Nordeuropäische Experten sind jedoch der Meinung, dass der neutrale Status nur formal sei, um die Bürger in der Gewissheit zu wiegen, dass sich Schweden und Finnland im Falle eines bewaffneten Konflikts zwischen Russland und der Nato heraushalten.

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    Tags:
    NATO, Janne Haaland Matlary, Baltikum, Krim, Russland, Island, Finnland, Norwegen, Dänemark, Schweden