18:15 20 April 2019
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    Luftabwehrraketen S-300

    Lieferverbot aufgehoben: Russland will Iran mit Abwehrraketen versorgen

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    Nesawissimaja Gaseta
    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
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    Russland könnte den Iran demnächst mit Luftabwehrraketen S-300PMU1 beliefern, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Laut dem Pressedienst des Kremls hat Präsident Wladimir Putin einen entsprechenden Erlass unterzeichnet.

    Der Vertrag über die  Lieferung von fünf S-300-Divisionen im Wert von etwa 800 Millionen Dollar war bereits im Jahr 2007 abgeschlossen worden. Im Sommer 2010 beschloss der UN-Sicherheitsrat allerdings Sanktionen gegen den Iran, weshalb der Vertrag zwischen Moskau und Teheran faktisch auf Eis gelegt werden musste.

    Die Iraner verklagten daraufhin den russischen Waffenexporteur Rosoboronexport vor einem Schiedsgericht in Genf und verlangten eine Entschädigung in Höhe von fast vier Milliarden Dollar. Die Russen behaupteten, sie mussten dies wegen der UN-Sanktionen gegen die Islamische Republik tun.

    Die damalige Begründung scheint mittlerweile jedoch nicht mehr aktuell zu sein. Außenminister Sergej Lawrow sagte gestern, Moskau hätte auf die Raketenlieferungen an Teheran „im Geiste des guten Willens zwecks Förderung der Fortschritte bei den Verhandlungen über Irans Atomprogramm“ verzichtet. Jetzt aber sei das Embargo wegen der Erfolge der jüngsten Atom-Gespräche in Lausanne nicht mehr nötig.

    Die von der "Nesawissimaja Gaseta" befragten Experten sehen die Situation jedoch anders. „Die Unterzeichnung des Erlasses durch Präsident Putin ist ein rechtzeitiger Schritt“, findet der russische Iran-Experte Radschab Safarow. „Der russische Staatschef handelt zukunftsorientiert, denn es sieht so aus, dass die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Auf dem iranischen Waffenmarkt, der auch für westliche Unternehmen sehr attraktiv ist, kann man Dutzende Milliarden Dollar verdienen.“

    Experte Wassili Kaschin vom Zentrum für Strategien- und Technologienanalysen vermutete seinerseits, dass der Vertrag mehr als 800 Millionen Dollar kosten könnte, denn die S-300PMU1-Systeme werden nicht mehr gebaut und könnten durch die modernere S-300VM-Modifikation ersetzt werden. Damit könnte der Preis bei mehr als einer Milliarde Dollar liegen, so der Rüstungsexperte.

    Das russische Verteidigungsministerium zeigt sich mittlerweile bereit, den Iran mit S-300PMU1-Systemen zu versorgen, „falls eine entsprechende politische Entscheidung getroffen wird“, präzisierte der Koordinator der Verwaltung der Generalinspekteure, Armeegeneral Juri Jakubow.

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