00:47 15 Juli 2020
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    Die Antwort der Republikaner auf die Ankündigung Hillary Clintons, sie würde in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten einsteigen, ließ nicht lange auf sich warten. Der Gouverneur des Bundesstaates Florida, Marco Rubio, möchte auch ins Weiße Haus einziehen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch.

    Der 42-Jährige fordert die ehemalige US-Außenministerin heraus. Bei einem Treffen mit seinen Wählern in Miami bezeichnete er die 67-Jährige als „Politikerin von gestern“ und sagte, dass sein Land auf dem Weg „ins neue amerikanische Jahrhundert“ von einer neuen Generation von Politikern geführt werden müsse, zu denen er auch sich selbst zählt.

    Im außenpolitischen Kontext kritisierte Rubio den „Neustart“ in den Beziehungen mit dem Iran und forderte seine Anhänger auf, sich die „chinesische und russische Aggression“ nicht gefallen zu lassen.

    Was die Innenpolitik angeht, so verkörpert der 42-jährige Nachkomme von kubanischen Immigranten den „amerikanischen Traum“ und dürfte wohl mit den Stimmen der Einwanderer rechnen. Er erzählte, dass seine Eltern 1956 aus Kuba nach Amerika gekommen seien. „Sie waren nicht reich. Aber sie hatten hier Erfolg.“ Sein Vater sei Barkeeper und seine Mutter Zimmermädchen und Kassiererin gewesen.

    Als Mann, der dank der Möglichkeiten in Amerika erfolgreich geworden ist, rechnet Rubio mit der finanziellen Unterstützung seitens von Unternehmern, die sich zu denselben Prinzipien bekennen, wie er selbst. Das sind Unternehmer, die einst bei null begonnen hatten und sich jetzt die Unterdrückung der Individualisten und des freien Unternehmertums durch große Konzerne nicht gefallen lassen wollen.

    Allerdings muss Rubio zunächst an den Primaries teilnehmen und gegen seinen Vorgänger im Amt des Gouverneurs von Florida und politischen Ziehvater Jeb Bush antreten. Pikant ist, dass Rubio seine ersten Schritte in der Politik quasi unter der Schirmherrschaft Jeb Bushs machte, der ihm fast 15 Jahre zur Seite stand. Deswegen hatte Rubio vor wenigen Jahren ausgeschlossen, dass er irgendetwas unternehmen würde, was Jeb Bush Probleme machen könnte.

    Der von Rubio ausgerufene Kampf gegen politische Familiendynastien zwingt ihn jedoch, nicht nur Hillary Clinton, sondern auch Jeb Bush herauszufordern. Angesichts dieser Tatsache werden die Primaries in den USA so spannend werden, wie schon lange nicht mehr.

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    Tags:
    Jeb Bush, Hillary Clinton, Marco Rubio, Iran, USA