07:40 16 Juni 2019
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    Mutter-Heimat-Statue am Mamajew-Hügel in Wolgograd

    Steinmeier besucht Kriegsgräber in Wolgograd

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist am 7. Mai nach Wolgograd, schreibt die “Nesawissimaja Gaseta” am Mittwoch. Zwei Tage vor der Siegesfeier besucht der deutsche Chefdiplomat den Mamajew-Hügel sowie sowjetische und deutsche Soldatenfriedhöfe im Dorf Rossoschka.

    „Ich bin seit fast fünf Jahren Direktor, aber in meiner Erinnerung wird das der erste Besuch des Außenministers Deutschlands auf dem Mamajew-Hügel sein“, sagte Alexej Wassin, der Direktor des Wolgograder Kriegsmuseums.

    Dem Vorsitzenden der regionalen Vereinigung „Suchbewegung Russlands“, Andrej Oreschkin, zufolge „besucht eine deutsche Delegation zuerst den Friedhof der sowjetischen Soldaten, legt da Blumen und Kränze nieder und geht erst dann zu den deutschen Grabstätten“. Bis jetzt waren es nur deutsche Botschafter und Militärattachés, die die Kriegsgräber in Rossoschka besucht hatten.

    In Rossoschka sind 58.515 Menschen begraben. Hauptsächlich handelt es sich um Soldaten und Offiziere der Wehrmacht, die bei Stalingrad und in den heutigen Gebieten Wolgograd, Rostow und Kalmückien gefallen waren.

    Der deutsche Außenminister wird an der Mutter-Heimat-Statue wahrscheinlich die Gedenktafel für den Rotarmisten Feodossi Ganus, einem Wolgadeutschen, der zwölf Tage vor dem Ende der Schlacht um Stalingrad am 21. Januar 1943 gefallen war, zu Gesicht bekommen.

    “Ganus und seine vier Genossen von der Besatzung eines schweren Kampfpanzers führten einen ungleichen Kampf gegen die Faschisten“, erzählt Alexej Wassin. „Als der Wagen angeschossen wurde und die Munition ausging, schlugen die Nazis ihnen vor, zu kapitulieren. Unsere Panzersoldaten lehnten ab.

    Dann übergossen die Faschisten den Panzer mit Benzin und steckten ihn in Brand. Die Kämpfer verbrannten bei lebendigem Leibe. Jetzt sind alle fünf auf dem Mamajew-Hügel begraben. Den vier Panzersoldaten wurde der Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen. Feodossi Ganus wurde es wegen seiner deutschen Herkunft versagt. Aus demselben Grund gibt es keinen Grabstein mit seinem Namen auf dem wichtigsten Hügel Russlands, obwohl er gerade dort begraben liegt.“

    Erst 1996 wurde die historische Gerechtigkeit wiederhergestellt – durch einen Erlass des damaligen Präsidenten Boris Jelzin wurde Ganus der Titel „Held Russlands“ posthum verliehen. Zum 70. Jahrestag des Sieges will Alexej Wassin die Gedenktafel mit dem Namen dieses Helden auf dem Mamajew-Hügel feierlich einweihen.

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    Mamajew-Hügel, Frank-Walter Steinmeier, Andrej Oreschkin, Alexej Wassin, Deutschland, Russland, Wolgograd