21:01 19 Juni 2019
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    Übungen der Nato-Streitkräfte in Litauen

    Generalstab: Nato für europäischen Teil Russlands gefährlich

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    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Die Nato handelt immer intensiver an den russischen Grenzen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag unter Berufung auf den Leiter der Operativen Hauptverwaltung im russischen Generalstab, Andrej Kartapolow.

    Dieser verwies gestern in der Moskauer internationalen Sicherheitskonferenz darauf, dass die Nato seit 2008 zahlreiche Militärobjekte, darunter Flugplätze, in Osteuropa (baltische Länder, Polen. Rumänien und Bulgarien) modernisiere und den Nato-Standards anpasse. Deswegen brauchen Nato-Flugzeuge und —Raketen jetzt um etwa 50 Prozent weniger Zeit, um den russischen Luftraum zu erreichen und können theoretisch wichtige Objekte im europäischen Teil Russlands vernichten.

    Gleichzeitig sehen die Nato-Pläne „die Einrichtung von Objekten für die Lagerung von Waffen, Militärtechnik und materiellen Mitteln auf dem Territorium der osteuropäischen Länder“ vor, sagte der Generalleutnant weiter. Das würde es der Nato gestatten, „nicht nur ihre Hauptkräfte in der Nähe der russischen Grenzen zu entfalten, sondern auch künftig Offensivgruppierungen viel schneller zu bilden“, weil die Truppenverlegung aus den USA und Großbritannien nach Europa weniger Zeit in Anspruch nehmen werde.

    Beunruhigend findet der russische Generalstab auch die Tatsache, dass die Nato-Aktivitäten 2014 „um 80 Prozent zugenommen hat“. Kartapolow führte an, dass die größten Manöver der Allianz im  Mai bzw. Juni 2014 (Saber Strike und Baltrops) in den baltischen Ländern, Polen und in der Ostsee, also unmittelbar im russischen Grenzraum stattgefunden haben.

    Zuvor hatte auch Verteidigungsminister Sergej Schoigu in seiner Rede auf der Konferenz darauf verwiesen, dass die Nato-Übungen vor allem „an der östlichen Flanke der Allianz“ verlaufen seien, was von ihrer „antirussischen Ausrichtung“ zeuge.

    Die Nato hat jedoch selbst etwas an Moskau zu bemängeln. So hatten Vertreter des Militärbündnisses zuvor öfter von immer häufigeren Flügen russischer Militärflugzeuge über der Ostsee gesprochen. Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verwies jüngst in einem Interview für die US-Zeitschrift „Newsweek“ darauf, dass die Russen jede Möglichkeit nutzen würden, um die Welt an ihre Atomwaffen zu erinnern, „obwohl sie selbst in den Sowjetzeiten kaum von einem nuklearen Konflikt sprachen“.

    Auch der US-Admiral Samuel Locklear warf Moskau in einer Anhörung im Repräsentantenhaus des US-Kongresses vor, es bemühe sich um den Ausbau seiner Einflusskraft in der Arktis und in Asien, insbesondere durch die Stärkung seiner U-Boot-Flotte.

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    Die 4. Moskauer Konferenz zur internationalen Sicherheit, NATO, Forbes, Samuel Locklear, Andrej Kartapolow, Anders Fogh Rasmussen, Sergej Schoigu, Bulgarien, USA, Russland, Rumänien, Polen, Großbritannien