02:32 26 September 2020
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    Arabische Länder rechnen mit der Lieferung von US-Kampfjets, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die sich zuspitzenden regionalen Konflikte, die Unruhen im Jemen und die Lieferung russischer S-300-Flugabwehrsysteme an den Iran bewegen die Nahost-Verbündeten der USA dazu, den Waffenimport auszubauen. Eine übergroße Militärstärke der arabischen Länder könnte den US-Plan zur Aufrechterhaltung der strategischen Überlegenheit Israels bedrohen. Washington erwartet von den sunnitischen Ländern eine Anfrage zum Verkauf von F-35-Kampfjets.

    „Tod Israels!“ – steht auf einem großen Plakat, das auf einem LKW angebracht wurde, der vor den Kameras während der Militärparade am 18. April in Teheran vorbeifuhr. Am Samstag wurde im Iran der Tag der Armee gefeiert. Der Iran nutzte diese Möglichkeit, um der ganzen Welt die neuesten Waffentypen zu zeigen und Saudi-Arabien wegen der Einmischung in den Jemen-Konflikt zu kritisieren.

    „Warum wird Jemen mit Bomben angegriffen? Was ist euer Endziel? Was gibt euch der Mord an Kindern?“, fragte der iranische Präsident Hassan Rouhani. „Ihr sät die Samen des Hasses, früher oder später wird euch die Vergeltung  widerfahren. Ihr dürft keine Kinder, Alten und Frauen bombardieren. Der Mord an Unterdrückten ist ein Schande für den Aggressor“.

    Der iranische Präsident warf Saudi-Arabien vor, syrische, irakische und libanesische Terroristen finanziell und mit Waffen zu unterstützen. Am Ende seiner flammenden Rede beteuerte er, dass das iranische Militärprogramm einen ausschließlich abschreckenden Charakter habe und die Kriegsschiffe im Persischen Golf und im Golf von Aden  für die Überwachung des Schiffsverkehrs notwendig seien. „Unsere Streitkräfte bringen unserem Land und den Völkern der ganzen Region den Frieden“, so Rouhani.

    Kurz zuvor wurde bekannt, dass die jemenitischen Behörden den vom iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif vorgeschlagenen Friedensplan ablehnten. Der Vorstoß aus Teheran sei ein politisches Manöver. Nach Angaben der jemenitischen Behörden werden die Huthi-Rebellen, die einen Teil des Landes und die Hauptstadt Sanaa erobert haben, von  Teheran kontrolliert und finanziert. Die iranischen Behörden weisen diese Vorwürfe zurück.

    Arabische Länder glauben ebenfalls nicht an friedliche Absichten Irans und wollen US-Waffen kaufen. Das strategische Ziel der USA war die Aufrechterhaltung der Überlegenheit Israels in der Region, weshalb Einschränkungen auf Waffentypen eingeführt wurden, die an die Nahost-Länder geliefert wurden. Wegen des Jemen-Konfliktes und der Konfrontation mit dem Iran stellt sich Israel auf die Seite der arabischen Monarchien. Viele Experten meinen, dass die Bewaffnung der sunnitischen Länder vorteilhaft für Israel sein wird. Das hängt teilweise damit zusammen, dass sie neben dem Wettstreit mit dem schiitischen Iran aktive Kampfhandlungen gegen die radikal gestimmten sunnitischen Extremisten des „Islamischen Staates“ führen.

    In Washington wird eine Bitte nach dem Verkauf von Kampfjets F-35 Lightning II erwartet, mit denen theoretisch Bombenangriffe auf iranische Atomobjekte möglich sind – trotz der russischen S-300-Flugabwehrsysteme. Bislang haben die USA diese Flugzeuge nur an Verbündete in Europa und Asien geliefert, weil ihre Präsenz in den arabischen Ländern den Verlust der militärischen Überlegenheit Israels in der Region bedeuten könnte. Die Frage nach zusätzlichen Waffenlieferungen ist weiterhin offen – bei einer entsprechenden Aufrüstung können die sunnitischen Nahost-Länder einen Angriff auf Israel auch ohne vorläufige Beratungen mit den Verbündeten beginnen.

    „Niemand kann sagen, ob die F-35-Kampfjets den S-300-Systemen Widerstand leisten können, falls sie geliefert werden“, so der russische Experte Konstantin Makijenko. Israel sei dem Iran technisch überlegen und könnte dessen Atomobjekte trotz der Luftabwehrsysteme zerstören, ergänzte der Experte.

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    Tags:
    Waffen, F-35, S-300, Konstantin Makijenko, Iran, Saudi-Arabien, Nahosten, USA, Mohammad Javad Zarif