21:01 18 Oktober 2018
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    NATO-Übung

    Übungen im Baltikum: Nato provoziert Russland

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    Nesawissimaja Gaseta
    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Die baltischen Länder sind zu einem großen Übungsgelände der Nato geworden, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    In Lettland geht heute das größte Manöver der Luftstreitkräfte der Allianz der letzten Zeit zu Ende, an dem Kampfjets der Nato-Länder sowie Schwedens und Finnlands beteiligt sind. Gleichzeitig findet unter dem Codenamen BALTRON eine Marineübung in der Ostsee statt.  In Estland wird eine „Tornado“-Übung unter Beteiligung von 2000 US-amerikanischen Luftlandesoldaten abgehalten.

    Die Manöver werden von heftiger antirussischer Rhetorik begleitet. Zudem laufen bereits die Vorbereitungen für die  „Siil“-Übung der Allianz, die vom 4. bis 15.  Mai in Estland geplant ist.

    Außerdem bemüht sich das westliche Militärbündnis um die Organisation eines so genannten „Hybrid-Kriegs“ gegen Russland. Laut den offiziellen Nato-Strukturen beginnt in dieser Woche die „weltweit größte“ Cyber-Übung „Locked Shields 2015“, an der sich 400 Vertreter von insgesamt 16 Staaten beteiligen werden. Dafür ist das in der estnischen Hauptstadt Tallinn befindliche Nato-Zentrum für Cyber-Kooperation zuständig.

    Die Aktivitäten der Nato gegenüber Russland sind durchaus provokativ. Während Russland Anfang  Mai den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg feiern wird, zieht die Nato etwa 13 000 Soldaten an dessen Grenzen zusammen. Der Kommandeur der US-Truppen  in Europa, Generalleutnant Frederick Hodges, sagte, dabei werde „die Abwehr einer ‚realen Gefahr‘ seitens Russlands geübt.“ Der litauische Außenminister Juozas Olekas forderte die EU-Länder auf, Russland als Aggressor einzustufen, und verlangte von der Nato, dass sie ihre Abschreckungskräfte verstärkt. Mit solchen Aufrufen wandten sich die baltischen Länder an die Allianz und die USA schon öfter, und wurden erhört: Mitte März trafen in Estland, Lettland und Litauen mehrere Einheiten der US-Panzertruppen ein.

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg teilte mit, dass die Allianz in Osteuropa (baltische Länder, Polen, Rumänien und Bulgarien) sechs Kommandopunkte der Schnellen Eingreifkräfte unterbringen werde. Ihre Avantgarde werde etwa 5000 Soldaten zählen. Insgesamt handele es sich um drei Brigaden von insgesamt 30 000 Mann. „Das ist die größte Erweiterung der militärischen Möglichkeiten der Nato seit dem Kalten Krieg“, betonte Stoltenberg.

    Die Aktivitäten der Allianz rufen große Beunruhigung in Moskau hervor. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in der jüngsten Sitzung des Kollegiums des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), dass „niemand es schaffen wird, unser Land einzuschüchtern oder unter Druck zu setzen. Auf alle inneren und äußeren Gefahren für unsere nationale Sicherheit werden wir immer eine angemessene Antwort haben.“

    Russlands Generalstabschef Valeri Gerassimow sagte in der jüngsten Moskauer Konferenz für internationale Sicherheit, „die Herausforderungen der Gegenwart an die Sicherheit unseres Staates werden nicht ohne adäquate Reaktion bleiben.“

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    Hybrid-Krieg, NATO, Juozas Olekas, Valeri Gerassimow, Jens Stoltenberg, Baltikum, Russland