14:22 24 Juni 2017
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    Alexanderplatz in Berlin

    Projekt in Berlin: Russen bauen Turm am Alex

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    RBC Daily
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    Die Moskauer MonArch-Gruppe investiert bis zu 180 Millionen Euro in den Bau eines multifunktionalen 150 Meter hohen Hochhauses am Alexanderplatz in Berlin. Das Geld soll von einer europäischen Bank geliehen und der Gewinn in Russland investiert werden, schreibt die Zeitung “RBC daily” am Mittwoch.

    Wie die Zeitung “Financial Times” am 17. April unter Berufung auf die Stadtverwaltung Berlins berichtete, sind 14 000 Quadratmeter des Turmes für Wohnungen vorgesehen.

    Nach MonArch-Angaben beläuft sich die Gesamtfläche des Hochhauses auf etwa 46 000 Quadratmeter. „In den ersten vier Stockwerken werden Verkaufsflächen untergebracht, weitere 15 Stockwerke gehören zu einem Hotel, alles andere sind Büros und Appartements — insgesamt 46 Stockwerke“, sagte MonArch-Projektentwickler Sergej Ambarzumjan. 

    Die russischen Investoren rechnen mit Krediten von deutschen und Schweizer Banken bei einem Zinssatz von 2,7 bis drei pro Jahr. „In Russland sind die Bedingungen der Kreditvergabe an Immobilienentwickler sehr streng und die Zinsen um ein Vielfaches höher“, so Ambarzumjan. „Wir wollen einen günstigen Kredit in Europa aufnehmen, das Projekt am Alexanderplatz realisieren und den erhaltenen Gewinn in unsere Projekte in Russland stecken“.

    Der Berliner Immobilienmarkt sei stark unterbewertet, so Alexander Scharapow, Präsident der Unternehmensgruppe NAI Becar. „Nach der Wiedervereinigung Deutschlands waren nach Berlin nur wenige Institutionen umgezogen, in London sind die Immobilienpreise zehnmal höher als in Berlin“, betont der Experte

    An den Erfolg des Projektes glaubt auch Hanns-Joachim Fredrich, Leiter des Berliner Büros von Cushman & Wakefield: „ Der Alexanderplatz ist ein historisches Stadtzentrum, in diesem Stadtteil werden zurzeit viele neue Projekte umgesetzt“.

    Trotz der äußerlichen Attraktivität der ausländischen Immobilienmärkte ist der Anteil der russischen Projektentwickler gering. Es gebe viele lokale Besonderheiten, betont Scharapow.

    „Die Rentabilität des Entwicklungsprojektes von MonArch kann sich auf etwa zehn bis 13 Prozent pro Jahr belaufen, während sie in Russland immer viel höher war —  etwa 30 bis 40 Prozent pro Jahr, und im Bereich Wohnimmobilien liegt sie derzeit bei 30 Prozent“, erklärt die geschäftsführende Partnerin von Capital Global Partners, Swetlana Kara.

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    MonArch-Gruppe, Sergej Ambarzumjan, Hanns-Joachim Fredrich, Swetlana Kara, Alexander Scharapow, Berlin, Russland, Deutschland
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