09:37 19 November 2017
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    Wladimir Putin und Cristina Fernandez de Kirchner

    Russland und Argentinien wollen in Rubel und Peso handeln

    © Sputnik/ Ewgeni Bijatow
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    Rossijskaja Gaseta
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat gestern seine argentinische Amtskollegin Cristina Fernandez de Kirchner im Kreml empfangen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Die Annäherung zwischen Russland und Argentinien hat ein neues Niveau erreicht. Putin und de Kirchner unterzeichneten eine Erklärung zur Aufnahme einer „allumfassenden strategischen Partnerschaft“. Zudem werden Möglichkeiten erörtert, im gemeinsamen Handel zu den Währungen Rubel und Peso überzugehen.

    Putin betonte, dass es für  ihn eine Ehre sei, de Kirchner in diesem Jahr zu empfangen, in dem der 130. Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Argentinien begangen wird.

    „In dieser Zeit haben sich die ganze Welt und unsere Länder stark verändert. Unverändert bleibt nur eines – der Wunsch unserer Völker, die bilateralen Beziehungen zu entwickeln“, sagte Putin. Ihm zufolge haben sich die politischen Kontakte zwischen beiden Ländern deutlich intensiviert. Auch die Wirtschaftskooperation sei ausgeweitet worden. Nach Brasilien, Mexiko und Ecuador liegt Argentinien auf Platz vier in Lateinamerika nach dem Handelsumsatz mit Russland (der Handelsumsatz lag im vergangenen Jahr bei 1,4 Milliarden US-Dollar).

    „Ich möchte mich für die Ehre bedanken, die uns nicht nur von Russlands Regierung, sondern auch vom ganzen Volk erwiesen wurde“, sagte de Kirchner. Argentiniens Staatschefin betonte, sie habe eine Ausstellung über den Sieg über Nazismus im Historischen Museum Moskaus besucht. Zudem eröffnete sie zusammen mit Kulturminister Wladimir Medinski im Historischen Museum die Ausstellung „Eva Peron. Botschafterin des Friedens“.

    Bei den Gesprächen im Kreml wurde sowohl über die bilaterale Kooperation als auch über internationale Probleme gesprochen. Die Seiten unterzeichneten rund 20 Dokumente, das wichtigste  ist eine gemeinsame Erklärung über die Aufnahme einer strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Argentinien. Hinzu kommen Abkommen über militärische Kooperation, Umweltschutz, Anti-Drogen-Kampf, Kooperation in Landwirtschaft und Industrie. Zudem schlossen die russischen Unternehmen Roskosmos, Rosatom und Gazprom  Kooperationsabkommen mit Argentinien.

    Außerdem hat sich Buenos Aires gegen antirussische Sanktionen ausgesprochen. Laut Putin liegen die Positionen beider Länder bei den meisten Fragen nahe beieinander. Die Regelung der Situation in der Ukraine sei nur auf friedlichem Wege möglich, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Putin und de Kirchner.

    Die Seiten wollen weiterhin ihre Anstrengungen koordinieren. „Wir haben vereinbart, die gemeinsame Arbeit im Rahmen der G-20 fortzusetzen, darunter bei der IWF-Reform und der Regelung der Tätigkeit von Ratingagenturen“, sagte Putin. „Russland und Argentinien halten am Prinzip der Oberhoheit des Völkerrechts mit der UNO in der Rolle als zentraler Koordinator fest“, so Putin. „Wir schätzen sehr hoch die Tatsache, dass Argentinien zu den Mitverfassern der Resolution ‚70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges‘ gehört und regelmäßig für die Resolution der UN-Vollversammlung zum Kampf gegen die Heroisierung des Nazismus stimmt“, sagte der russische Staatschef.

    Laut Putin werden Russland und Argentinien Möglichkeiten erörtern, bei gegenseitigen Zahlungen zu Rubel und Peso überzugehen. Der Kreml-Chef betonte, dass Argentinien bereits jetzt einer der führenden Handelspartner Russlands in Lateinamerika sei.

    Tags:
    Cristina Fernández de Kirchner, Wladimir Putin, Ukraine, Russland