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    Studie: Ohne Sanktionen würden viele Investoren nach Russland zurückkehren

    Studie: Ohne Sanktionen würden viele Investoren nach Russland zurückkehren

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    Ausländische Investoren würden gerne nach Russland zurückkehren, wenn die Sanktionen aufgehoben würden, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Dienstag unter Berufung auf eine Studie der Beratungsfirma A.T.Kearney.

    Die Studie hat ergeben, dass zwei Drittel der Unternehmen ihre Direktinvestitionen bis 2016 auf das Vorkrisenniveau wieder aufstocken wollen.

    Dabei gehört Russland nicht zu den 25 attraktivsten Ländern für Investoren.

    Der Spitzenreiter beim Anlegervertrauen sind seit drei Jahren die USA, deren Perspektiven 46 Prozent der befragten Unternehmer besser und nur zehn Prozent schlechter als im Vorjahr einschätzen. China ist seit drei Jahren auf dem zweiten Platz: Seine Perspektiven schätzen „nur“ 31 Prozent der Investoren besser ein (17 Prozent sehen sie schlechter) als 2014.

    A.T.Kearney erstellt das Vertrauensranking der Investoren seit 1998. In diesem Jahr nahmen daran 500 Unternehmen (gegenüber 300 im Vorjahr) aus 27 Ländern teil.

    Russland ist aus der Liste der für Investoren attraktivsten Länder Anfang 2014, kurz vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise, ausgeschieden.

    Wie Paul Lauricina, Partner von A.T.Kearney, noch vor einem Jahr der "Financial Times" sagte, hat Russland wegen seiner „unberechenbaren Politik“ und der „Einmischung des Staates in die Wirtschaft“ an Attraktivität verloren. Im Januar 2015 gaben allerdings mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmenschefs zu, sie würden ihre Direktinvestitionen in Russland und dessen Nachbarländern wieder ausbauen, wenn es die Sanktionen und die geopolitischen Spannungen nicht gegeben hätte.

    Die globalen Direktinvestitionen hatten in den Vorkrisenjahren 2005 bis 2007 laut UNCTAD im Durchschnitt bei 1,5 Milliarden Dollar gelegen (und 2007 ihren Höhepunkt mit 1,9 Milliarden Dollar erreicht). Ende 2014 beliefen sie sich auf 1,3 Milliarden Dollar. 2012 haben die Investitionen in den Schwellenländern zum ersten Mal die in den Industrieländern übertroffen, weshalb im vorigen Jahr 56 Prozent der globalen Direktinvestitionen auf sie entfielen.

    In Russland wuchsen die ausländischen Direktinvestitionen zwischen 2010 und 2013 im Durchschnitt um 18 Prozent pro Jahr. 2014 schrumpften sie allerdings um das Dreifache auf 21 Milliarden Dollar und entfielen alle auf das erste Halbjahr. Laut FDI Markets wurden in Russland 2014 nur 178 neue Projekte umgesetzt, in die insgesamt 13 Milliarden Dollar aus dem Ausland investiert wurden. Zum Vergleich: 2011 hatte es hierzulande 396 Projekte für insgesamt 23 Milliarden Dollar gegeben. Russische Investoren hatten das Interesse für das eigene Land bereits 2013 verloren, was die Investitionskrise vorbedingte.

    Laut A.T.Kearney finden vor allem Unternehmen aus Bereichen wie Gesundheitswesen bzw. Pharmazie (65 Prozent), Leichtindustrie (61 Prozent) und Finanzwesen (58 Prozent) den russischen Markt attraktiv.

    Besonders optimistisch schätzen asiatische Firmen die Perspektiven der russischen Wirtschaft ein: Wenn nur sie an der A.T.Kearney-Studie teilgenommen hätten, wäre Russland unter den Top 25. Besonders pessimistisch sehen US-Unternehmen die Situation in Russland. Dennoch haben 87 Prozent der auf dem russischen Markt aktiven Firmen laut der US-Handelskammer nicht vor, ihre Niederlassungen in Russland zu schließen – trotz des negativen Effekts der westlichen Russland-Sanktionen und der russischen „Gegensanktionen“.

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    Investitionen, Sanktionen, A.T.Kearney, FDI Markets, UNCTAD, Paul Lauricina, USA, Russland, Ukraine