20:24 25 Februar 2020
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    Die Zahl der russischen Militärmanöver hat sich in der zu Ende gehenden Winterzeit (vom 1. Dezember 2014 bis 31. Mai 2015) mehr als verdreifacht, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu führte gestern in einer Beratung an, dass bislang insgesamt 886 Übungen stattgefunden haben, darunter 260 Manöver unter gleichzeitiger Teilnahme verschiedener Waffengattungen. Zum Vergleich: In der Winterzeit 2013/2014 hatten insgesamt 250 Übungen, darunter 135 „gemischte“ Manöver, stattgefunden.

    Der Anstieg der Manöver bedeute jedoch nicht automatisch, dass sich auch die Intensität der Gefechtsausbildung verdreifacht habe, so der Militärexperte Viktor Murachowski. Der Oberst a.D. vermutete, dass die viel größere Zahl mit der Bewertung der Übungen verbunden sein könnte, so dass Trainings, die früher nicht als Übungen galten, jetzt als solche gelten. Dasselbe betreffe auch die Verdopplung der Zahl der „gemischten“ Manöver. In Russland gelten als solche Übungen, an denen sich mindestens taktische Bataillonsgruppen beteiligen, so Experte Murachowski.

    Zugleich räumte er ein, dass die Intensität der Gefechtsausbildung der russischen Streitkräfte großenteils mit der Ukraine-Krise sowie mit den intensiven Nato-Manövern in Osteuropa verbunden ist.

    Wie der russische Generalstabschef Valeri Gerassimow auf einer Sicherheitskonferenz in Moskau im April anführte, hat sich die Zahl der Nato-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer im vergangenen Jahr vervierfacht. Nato-Flugzeuge fliegen die russischen Luftraumgrenzen zwei Mal häufiger als bisher entlang. Darauf habe Moskau reagieren müssen, so der General.

    Eine Quelle im Verteidigungsministerium verriet, dass die Zahl der Manöver zum Teil wegen der intensiveren Kommandostabsübungen unter Anwendung von neuen Lenkwaffensystemen so hoch angestiegen sei. Das größte Manöver dieser Art sei ein Training im März gewesen, bei dem das Nationale Zentrum für Verteidigungsverwaltung in Moskau zum Einsatz kam (auch Minister Schoigu sprach darüber). In der bevorstehenden Sommerzeit wird die Übung „Zentrum-2015“ die wichtigste sein, die gemeinsam mit zentralasiatischen Verbündeten stattfinden soll.

    Falls sich die Situation in der Ukraine wieder anspannen sollte, könnten solche Manöver auch im Westen und Süden Russlands organisiert werden.

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    Tags:
    NATO, Valeri Gerassimow, Viktor Murachowski, Sergej Schoigu, Ukraine, Russland