21:44 04 August 2020
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) droht Europa mit Terrorangriffen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Im Internet waren jüngst Fotos mit IS-Kämpfern vor dem Kolosseum in Rom aufgetaucht. An der Wand des historischen Gebäudes stand arabisch geschrieben: „Wir sind in euren Straßen. Wartet auf die Stunde X.“ Angesichts dessen wurden die italienischen Geheimdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

    Der Präsident des russischen Instituts für Religion und Politik, Alexander Ignatenko, ist der Ansicht, dass man die Drohungen der Islamisten äußerst ernst nehmen müsse. Das sei der Anspruch auf eine territoriale Expansion des IS, betonte er. Die Terrorgruppierung erweitere ihren Einflussraum, dem derzeit 25 Wilayat (Verwaltungsbezirke) angehören, ohnehin intensiv.

    Zugleich erinnerte Ignatenko daran, dass zuvor auch Fotos von IS-Kämpfern vor dem Eiffelturm in Paris, vor dem Atomium in Brüssel usw. veröffentlicht worden seien. Nach seiner Auffassung könnten auch die Zehntausenden Flüchtlinge aus Afrika, die nach Italien kommen, gefährlich sein. „Die italienischen Geheimdienstler sowie ihre Kollegen aus ganz Europa haben jetzt viel zu tun“, schlussfolgerte der Experte. „Die Italiener sagen, alle EU-Länder sollten einen Teil dieser Last übernehmen, indem sie illegale Einwanderer aufnehmen. Aber das würde die Verbreitung von IS-Kämpfern oder —Agenten in der gesamten EU fördern.“

    Auch der Vorsitzende der UK Independence Party (UKIP), Nigel Farage, brachte im „Guardian“ ähnliche Besorgnisse zum Ausdruck. Die EU-Migrationspolitik könnte nach seinen Worten dazu führen, dass eine halbe Million islamischer Extremisten das Mittelmeer überqueren und auch die britischen Inseln erreichen könnten.

    EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos stellte in der vorigen Woche im EU-Parlament eine neue Sicherheitsstrategie vor. Ihre wichtigsten Prioritäten seien der Kampf gegen die organisierte Kriminalität und die Kriminalität im Cyberraum. Er forderte ein gemeinsames Anti-Terror-Zentrum in der EU – auf Basis von Europol. Zu den Aufgaben der neuen Behörde würden der Informationsaustausch über Dschihadisten sowie die Kontrolle der Finanzierung von terroristischen Organisationen, des illegalen Waffenhandels und der Terrorpropaganda im Internet gehören.

    „Falls die EU sich erst jetzt mit dem Islamischen Staat befasst, dann ist dieser Zug schon abgefahren“, so Experte Ignatenko weiter. IS-„Filialen“ habe es schon vor drei bis fünf Jahren in Frankreich, Spanien und anderen Ländern gegeben. Diese Ableger der Terrororganisation haben Zehntausende Dschihadisten in Europa rekrutiert. „Natürlich kann man jetzt verschiedene Anti-Terror-Zentren einrichten. Das ist wohl der richtige Schritt, aber er kommt mit Verspätung.“

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    Migranten, Terrormiliz Daesh, Geheimdienst, EU, Nigel Farage, Rome, Afrika