09:16 22 September 2018
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    Indiens Premierminister Narendra Modi

    Annäherung von China und Indien forciert Asien-Wende Russlands

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    Kommersant
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    Indiens Premierminister Narendra Modi hat seine Asien-Tour begonnen. Bei seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping plant Modi einen Neustart in den wegen Gebietskonflikten belasteten Beziehungen zu China, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Einen Tag vor seiner China-Reise bestätigte der indische Premier in einem Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin seine Teilnahme am BRICS- und am SOZ-Gipfeltreffen in Ufa. Zudem wurde die Ausweitung der strategischen Partnerschaft besprochen.

    Vor der Wahl 2014 hatte Modi versprochen, das Gebiet um die 4000 Kilometer lange Grenze nicht kampflos Peking zu überlassen. Vor seinem Besuch in China äußerte er sich jedoch weitaus friedlicher. Er sprach davon, dass das 21. Jahrhundert Asien gehöre, sein Besuch die Freundschaft mit China festige und eine neue Entwicklungsetappe in Asien und in der Welt einleite.

    Nach seinem Treffen mit Xi Jinping in dessen Heimatstadt verhandelt der indische Premier mit seinem chinesischen Amtskollegen Li Keqiang. Der Besuch soll in Shanghai enden, wo die indische Delegation sich mit chinesischen Unternehmenschefs treffen will.

    Der Finanzanalyst Brian Young aus Hongkong äußerte, dass der China-Besuch des indischen Premiers nicht nur die Beziehungen zwischen Peking und Neu-Delhi verbessere, sondern auch starken Einfluss auf andere Wirtschaften der nichtwestlichen Länder haben könnte. Sollten die Seiten den Grenzkonflikt beilegen, könnten sie den gegenseitigen Handel in Schwung bringen, ihre Märkte öffnen und 20 entsprechende Abkommen unterzeichnen.

    Nach Angaben des Chefredakteurs des Internetportals „India Writes Network“, Manish Chand, setzt der indische Ministerpräsident auf die neue Wirtschaftsstrategie „Make in India“. Die Strategie lockt Investoren aus China an.

    Laut der russischen Indien-Expertin Tatiana Schaumjan bedeutet der China-Besuch des indischen Regierungschefs, dass sich die Lage in Asien verändert. Attraktive Integrationsprojekte in Eurasien zwingen die Erzfeinde dazu, gegenseitige Zugeständnisse zu machen, so die Expertin.

    Experte Young betont, dass ein strategisches geopolitisches Dreieck Russland-China-Indien entstehen könnte. Die Annäherung zwischen Indien und China helfe Moskau, seine globalen Wirtschafts- und Sicherheits-Initiativen zu starten.

    Der ehemalige russische Botschafter in Myanmar Gleb Iwaschenzow spricht von einem so genannten „globalen Osten“ mit einem neuen Integrationsniveau. Auch andere asiatische Staaten seien daran interessiert, so der ehemalige Botschafter.

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    Gleb Iwaschenzow, Tatiana Schaumjan, Brian Young, Li Keqiang, Xi Jinping, Narendra Modi, China, Indien