01:50 25 September 2018
SNA Radio
    Barack Obama und Saudi-Arabiens König Salman

    Arabische Könige bleiben Gipfel in USA fern

    © AP Photo / Carolyn Kaster
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nowyje Iswestija
    0 752

    Bei dem am Mittwoch in Camp David begonnenen zweitägigen arabisch-amerikanischen Gipfel werden die Golfländer von Kronprinzen und Ministern vertreten, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Die Könige und Emire lehnten es aus verschiedenen Gründen ab, nach Amerika zu fliegen. Die Auseinandersetzungen zwischen den USA und ihren arabischen Verbündeten am Persischen Golf waren lange nicht mehr so groß wie jetzt.

    Als erster weigerte sich Saudi-Arabiens König Salman, in die USA zu reisen. Er schickte den Kronprinzen Mohammed bin Nayef und den Prinzen Mohammed bin Salman. Er-Riad informierte Washington über seine Entscheidung zwei Tage nach der offiziellen Bestätigung des Weißen Hauses, dass der saudi-arabische König zum Gipfel käme.

    Saudi-Arabiens König begründetet seine Absage mit dem Waffenstillstand im Jemen und der Einrichtung eines Hilfszentrums.

    Wie es im Weißen Haus hieß, werden die Absagen der arabischen Könige nicht als Beleidigung aufgefasst. Der russische Nahost-Experte Wladimir Sotnikow teilt diese Meinung. „Bei dem Verzicht von König Salman, zum Gipfel nach Camp David zu kommen, handelt es sich eher um eine PR-Aktion, die auf die Verbündeten Saudi-Arabiens im Persischen Golf gerichtet ist, als um ernsthafte Auseinandersetzungen“, so der Experte. Es gebe natürlich Auseinandersetzungen, auch im Wirtschaftsbereich, doch sie werden Er-Riad und Washington nicht auseinanderbringen. Saudi-Arabien werde wohl noch lange ein wichtiger Verbündeter der USA in der Region bleiben.

    Dennoch sollte der Affront der arabischen Länder nicht außer Acht gelassen werden. Saudi- Arabien und andere Staaten des Persischen Golfes äußerten kurz vor dem Gipfel Besorgnisse wegen Irans Erstarken in der Region und einer möglichen Aufhebung der Sanktionen.

    Darüber hinaus haben sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien zugespitzt. Die Fördermenge des arabischen Öls steigt bereits seit zwei Monaten. Im April erreichten sie den höchsten Stand seit 30 Jahren. Die Ölpreise sanken im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent, worunter vor allem die US-Schieferölproduzenten leiden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Sanktionen, Wladimir Sotnikow, USA, Nahosten, Saudi-Arabien