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23:36 23 Oktober 2019
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    Hubschrauberträger Mistral

    Frankreich: U-Boote für Polen statt Mistral-Deal mit Russland

    © AFP 2019 / GEORGES GOBET
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    Immer neue, für den Westen unangenehme Details treten um den gescheiterten Deal mit den Hubschrauberträgern Mistral zwischen Frankreich und Russland zutage, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Dienstag.

    Nach neuesten Informationen schlug Paris Moskau vor, für die nicht gelieferten Mistral-Schiffe 785 Millionen Euro zu zahlen – dieser Betrag wurde in den Übergabeprotokollen angegeben. Die Summe werde jedoch erst gezahlt, wenn Moskau den Verkauf der Schiffe an eine dritte Partei ohne zusätzliche Bedingungen und Einwände genehmigt.

    Russland ist seit langem bereit, auf die Hubschrauberträger zu verzichten. Doch es will das Geld zurück, das für die Ausbildung der Besatzung, den Bau der Infrastruktur für die Stationierung der Schiffe in Wladiwostok sowie die Entwicklung der Bordhubschrauber Ka-52K ausgegeben wurde. Der gesamte Betrag liegt bei 1,163 Milliarden Euro.

    Die Verhandlungen laufen schon lange, Informationen wurden auf Frankreichs Bitte streng geheim gehalten. Die russische Seite kam der Bitte der Franzosen entgegen. Doch als Paris eigene Bedingungen stellte, wurden die russischen Unterhändler wütend. Informationen zu den Verhandlungen gelangten in die russischen Medien, um zu zeigen, wie die französischen Partner sich verhalten.

    Frankreich zufolge konnten die Mistral-Schiffe wegen Russlands „aggressivem“ Vorgehen in der Ukraine-Krise nicht ausgeliefert werden. Einen Vorwand musste Paris sich schließlich ausdenken, um davon abzulenken, dass es von den USA unmittelbar unter Druck gesetzt wurde. Vor diesem Hintergrund entwickeln sich parallel zwei interessante Geschichten.

    Frankreich unterzeichnete einen Vertrag zur Lieferung von Rafales-Kampfjets an Katar – einem Land, dass im Mittelalter stehen geblieben zu sein scheint sowie Schwule und Frauen diskriminiert. Doch Waffen dürfen an Katar geliefert werden, aber nicht an Russland. Die „Mistral“ ist ein Trägerschiff ohne Raketen, bei den Kampfjets handelt es sich aber um tödliche Waffen.

    Darüber hinaus verhandelt Frankreich mit Polen über die Lieferung von drei U-Booten des Typs Scorpene mit Marschflugkörpern SCALP-Naval mit einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometern. Die U-Boote werden vom Unternehmen DCNS hergestellt, das auch die Mistral-Schiffe baute. Man könnte vermuten, dass die USA den Franzosen andere Aufträge versprochen haben, falls sie auf den Mistral-Deal mit Russland verzichten.

    Sollte Polen die französischen U-Boote kaufen, werden sie in der Ostsee stationiert. Laut dem russischen Rüstungsexperten Ruslan Puchow sind Geschäfte zwischen demokratischen Ländern nicht verboten, doch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde viel dafür getan, um die Ostsee zu befrieden. Der Erwerb der drei U-Boote durch Polen würde nicht nur das Kräfteverhältnis in der Region ändern, sondern auch eine direkte Bedrohung für Russland bedeuten. Russland hatte sich beim geplanten Mistral-Deal dazu verpflichtet, sie nicht in der Ostsee zu stationieren. Jetzt könnte Polen die Sicherheitsstruktur in der Ostsee mit den neuen U-Booten zerstören.

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    Tags:
    U-Boot Scorpene, Mistral, Ruslan Puchow, Polen, Frankreich, Russland