09:29 09 Dezember 2019
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    Wird Saudi-Arabien 2040 aus Ölgeschäft aussteigen?

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    Der weltweit größte Ölexporteur Saudi-Arabien könnte bereits 2040 auf die Nutzung von Erdöl verzichten, so der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi bei der Klimawandel-Konferenz in Paris.

    Zudem will Saudi-Arabien zur Weltmacht bei der Sonnen- und Windenergie aufsteigen und kann in der Zukunft Strom statt Öl exportieren, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    „Wir bekennen in Saudi-Arabien, dass wir letzten Endes keine fossilen Brennstoffe mehr brauchen werden. Ich weiß nicht, wann dies geschieht – 2040, 2050 oder später“, sagte al-Naimi.

    Doch Experten halten den Verzicht auf fossile Brennstoffe 2040 für ein zu ambitioniertes Ziel. Saudi-Arabien ist größter Ölverbraucher im Nahen Osten. Mehr als 25 Prozent des im Lande geförderten Rohöls (mehr als zehn Millionen Barrel pro Tag) werden auf dem Binnenmarkt verbraucht. Laut Prognosen von Citigroup-Experten aus dem Jahr 2012 könnte Saudi-Arabien beim Weiterbestehen des bisherigen Wachstumstempos bei der Ölnachfrage zum Jahr 2030 zum reinen Importeur werden.

    Zugleich gab al-Naimi jedoch zu, dass es noch zu früh sei, davon zu sprechen, auf fossile Brennstoffe zu verzichten, um den Klimawandel zu stoppen. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit haben bislang keinen Zugang zu Strom, weshalb die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen noch lange Zeit hoch bleiben werde. Man sollte aktiver nach neuen Methoden bei der Öl-, Kohle- und Gasverbrennung suchen, damit die Kohlendioxid-Emissionen nicht die globale Erwärmung verschärfen, so al-Naimi.

    Saudi-Arabien und andere Golf-Länder sprechen seit langem von ihren Absichten, die Nutzung von erneuerbarer Energie zu erhöhen. Die saudischen Beamten kündigten vor drei Jahren Pläne an, so viele Sonnenkraftwerke zu bauen, um den erzeugten Strom zu exportieren. Doch der jüngste Ölpreisrückgang ließ Zweifel an der Umsetzung dieser Pläne aufkommen. Al-Naimi betonte aber, dass Sonnenenergie aus wirtschaftlicher Sicht sogar gewinnbringender sein werde, als fossile Brennstoffe.

    Die Leiterin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, will im Dezember bei einer weiteren Pariser Konferenz mit den Chefs der Energiekonzerne über den Klimawandel sprechen. Dabei sollen rund 200 Länder die Bedingungen einer neuen Klima-Konvention vereinbaren. Doch die Leiter einiger Energieunternehmen, darunter der Präsident des Verwaltungsrats des Rohstoff- und Bergbaukonzerns Glencore Xstrata Toni Hayward, stimmte al-Naimi in Paris zu, dass viele Länder noch lange fossile Brennstoffe brauchen werden.

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    Tags:
    Klimaerwärmung, Kohlendioxid, Erdöl, Toni Hayward, Christiana Figueres, Ali Al-Naimi, Saudi-Arabien