20:26 10 Dezember 2019
SNA Radio
    Irakische Armee

    IS-Terror: Barbaren auf Kreuzzug

    © AFP 2019 / AHMAD AL-RUBAYE
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
    0 231
    Abonnieren

    Die Ereignisse der vergangenen Wochen im Nahen Osten, wo die Terroristen des “Islamischen Staates” (IS) ständig neue Gebiete in Syrien und im Irak erobern, Hunderte Zivilisten töten und antike religiöse Denkmäler zerstören, zeigen, dass es sich inzwischen nicht mehr um Kontroversen innerhalb des Islams handelt.

    Es geht um einen Zivilisationskonflikt, und zwar nicht zwischen dem Islam und dem Westen, sondern zwischen Barbarei und der Gegenwart, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Montag.

    Der russische Orientalist Alexej Malaschenko führt die jüngsten Erfolge der IS-Kämpfer unter anderem auf die Nachlässigkeit des Westens in Bezug auf die Politisierung des radikalen Islams in den späten 1970er-Jahren zurück. Damals dachten viele, Ajatollah Chomeini würde nicht lange an der Macht im Iran bleiben. Aber sein Regime hat die Entstehung solcher Bewegungen wie Taliban, al-Qaida und jetzt auch IS gefördert, deren politische Aggressivität zunahm. Die primitiven Methoden der Radikalen zur Bekämpfung von  Feindbildern sind unter dem Teil der Bevölkerung der Nahost-Länder populär, der Armut und politische Unterdrückung beklagt.

    Die Fanatiker kontrollieren mittlerweile fast die Hälfte des Territoriums Syriens und etwa ein Drittel des Territoriums des Iraks, wo schätzungsweise sieben bis acht Millionen Menschen leben.

    Die Terroristen haben Millionen Anhänger, die die Militärregimes oder  die Islamisten wie die Muslimbrüder oder die Hamas als Verräter betrachten. Die IS-Kämpfer führen eine erfolgreiche Kampagne: Jede neue Aktion wie Zerstörung von antiken Denkmälern oder die Hinrichtung von „Ungläubigen“ lockt immer neue Dschihadisten an.

    Was hat in dieser Situation der Westen zu tun?  Die Organisation einer neuen großen Militärkampagne nach dem afghanischen oder irakischen Muster ist unwahrscheinlich. Zu diesem Zweck müsste sich der Westen mit Syrien aussöhnen und seine Unterstützung für die islamistischen Gegner des dortigen Präsidenten Baschar al-Assad als Fehler anerkennen. Aber eine Unterbindung des Schmuggels von Öl und Antiquitäten (die meisten Artefakte aus den verwüsteten Museen werden auf dem Schwarzmarkt verkauft) samt gezielten Schlägen gegen die IS-Führer würde das terroristische Netzwerk finanziell und organisatorisch schwächen. Aber selbst ein erfolgreicher „Kreuzzug“ gegen die Fanatiker würde nicht bedeuten, dass ihre barbarische Ideologie, die einfache Antworten auf schwierige Fragen gebe, über Nacht unpopulär werde, so Experte Malaschenko.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)

    Zum Thema:

    Außenpolitiker Puschkow zu Syrien: „Entweder Assad oder Islamischer Staat“
    Lawrow: Islamischer Staat ist unser Hauptfeind
    Islamischer Staat erobert große Teile von Flüchtlingslager Jarmuk in Syrien
    Uno: Islamischer Staat begeht Völkermord - Söldner aus zehn Ländern beteiligt
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Al-Qaida, Taliban, Alexej Malaschenko, Syrien, Irak