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    Fifa-Skandal: Wackelt jetzt die WM 2018 in Russland?

    © REUTERS / Ruben Sprich
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    FIFA-Korruptionsskandal (48)
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    Der Weltfußballverband FIFA ist am Mittwoch von einem schweren Korruptionsskandal erschüttert worden, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Donnerstag.

    Die US-Justiz hat nach eigenen Angaben neun FIFA-Funktionäre wegen Korruption und Geldwäsche angeklagt. Weitere fünf Angeklagte sind Leiter von Unternehmen, die mit der FIFA im Marketingbereich kooperierten und für die TV-Übertragung von internationalen Fußball-Wettbewerben zuständig waren. 

    Laut den US-Ermittlern haben die angeklagten FIFA-Funktionäre in den vergangenen 24 Jahren Schmiergelder für insgesamt 150 Millionen Dollar erhalten. In erster Linie sind die Vorwürfe gegen Vertreter der regionalen Verbände CONCACAF und CONMEBOL gerichtet.

    Die Ermittlungen betreffen nicht die Vergabe der WM 2018 in Russland, aber in dem Dokument wurde ausführlich beschrieben, wie FIFA-Vertreter vor der Wahl Südafrikas zum Gastgeberland der WM 2010 bestochen wurden. FIFA-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad und Tobago soll aktiv daran beteiligt gewesen sein. 2011 musste er den Verband wegen der Korruptionsvorwürfe verlassen. 

    Laut der "New York Times" wurden die Ermittlungen großenteils aufgrund der Aussagen des früheren CONCACAF-Leiters Charles Blazer eingeleitet. Der 69-Jährige, der mittlerweile todkrank sei, kooperiere seit 2011 mit den Ermittlungsbehörden. Unter anderem soll er seine Gespräche mit FIFA-Kollegen in London mitgeschnitten haben. Er habe auch die russischen Fußballfunktionäre Vitali Mutko (heute Sportminister) und Alexej Sorokin eingeladen. Ob die beiden sich mit ihm tatsächlich getroffen haben, bleibt jedoch unbekannt.

    Dass die WM-Vergabe an Russland unfair verlaufen wäre, hatten westliche Medien auch früher behauptet. Konkrete Beweise dafür wurden allerdings nie veröffentlicht.

    Neue Ermittlungen zu den Umständen der Vergabe der WM 2018 und WM 2022 hatte im März die schweizerische Staatsanwaltschaft eingeleitet. Ob dabei russische Funktionäre verdächtigt werden, ist unklar: Die Staatsanwaltschaft wollte keine weiteren Kommentare abgeben. Laut US-Generalstaatsanwältin Loretta Lynch haben die Ermittlungen nichts mit den Schweizern und nichts mit der Austragung der WM 2018 in Russland zu tun.

    Die Schweizer Behörden wollen aber zehn Funktionäre verhören, die an der Abstimmung im Dezember 2010 teilgenommen hatten. Konkrete Namen wurden nicht genannt, aber nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ ist einer von ihnen Vitali Mutko. Dieser dementierte jedoch diese Behauptung. Die Briten „können schreiben, was sie wollen. Ich wurde nicht vorgeladen“, betonte er gegenüber RIA Novosti und ergänzte, dass er „nichts zu verbergen habe“. 

    FIFA-Korruptionsskandal
    © AP Photo / Keystone, Steffen Schmidt
    Einer Quelle in der russischen Regierung zufolge handelt es sich bei dem Skandal um eine Kampagne gegen FIFA-Präsident Sepp Blatter und nicht um politischen Druck gegen Russland.

    Die FIFA versicherte, dass die Ermittlungen die Austragung der WM 2018 in Russland und der WM 2022 in Katar nicht gefährden. „Sie spekulieren über die mögliche Neuvergabe der WM 2018 und WM 2022. Die beiden Wettbewerbe werden aber in Russland und Katar stattfinden. Derzeit ist das Fakt“, sagte der Sprecher des Weltfußballverbandes, Walter de Gregorio, auf einer Pressekonferenz in Zürich.

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    Fußball, Fußball-WM 2018, CONMEBOL, CONCACAF, FIFA, Vitali Mutko, Loretta Lynch, Alexej Sorokin, USA