20:25 05 Dezember 2019
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    Der Chef des Weltfußballverbandes FIFA, Joseph Blatter

    Korruptionsskandal spaltet Fifa

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    Die schweren Korruptionsvorwürfe gegen hohe Fußballfunktionäre überschatten den am Donnerstag in Zürich begonnenen Fifa-Kongress, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Bei seiner Eröffnungsrede sprach Fifa-Präsident Joseph Blatter von „Taten von Individuen“, die „Schande über den Fußball gebracht haben.“ „Viele Menschen halten mich für verantwortlich für den Weltfußball“, sagte Blatter auf dem Kongress. Er könne aber nicht alles und jeden überprüfen. Am Freitag stellt sich Blatter für eine fünfte Amtszeit zur Wahl.

    Der Korruptionsskandal um die Fifa-Funktionäre sorgt weltweit für großen Wirbel. Einige überschütten Blatter mit Kritik und unterstützten die Uefa bei ihrer Forderung nach Verschiebung der Wahlen.

    Der englische Fußballverband FA forderte Blatters Rücktritt. Falls er im Amt bleibe, werde das Vertrauen zur Fifa nicht wiederhergestellt, so FA-Chef Greg Dyke. Wie der britische Regierungschef David Cameron betonte, teilt er die Position des FA und unterstützt die Gegenkandidatur von Prinz Ali bin al-Hussein. Auch der australische Fußballverband unterstützt den jordanischen Prinzen, obwohl er früher als Verbündeter Blatters galt.

    Uefa-Präsident Michel Platini hatte bereits früher Blatter zum Rücktritt aufgefordert, weil das Image des Weltfußballverbandes wegen der ständigen Korruptionsskandale stark gelitten habe. Jetzt könne Blatter bei den Wahlen bekämpft werden, obwohl es früher keine Chance gegeben habe.

    Umfrage

    Was liegt dem Skandal um die FIFA zu Grunde?
    • gegen Korruption im Sport wird verstärkt angekämpft
      5.6% (242)
    • die Öffentlichkeit soll von anderen Problemen abgelenkt werden
      67.7% (2898)
    • eine Wiederwahl von Sepp Blatter soll verhindert werden
      26.7% (1146)
    abgestimmt: 4286
    Nicht alle sind gegen Blatter. Der Fifa-Boss wird vom afrikanischen Fußballverband CAF sowie einigen nationalen Fußballverbänden unterstützt, die zur Uefa gehören. Der Präsident des französischen Fußballverbands, Noël Le Graët, sagte, er sehe keinen Grund, dass die Wahl verschoben werden sollte, und gab zu verstehen, dass er für Blatter stimmen würde.

    Auch Russland ist auf Blatters Seite. Der Chef des russischen Fußballverbandes, Nikolai Tolstych, sagte, dass er Blatter, der viel für die Entwicklung des Fußballs getan habe, bei der Wahl unterstützen werde.

    Laut dem russischen Sportminister Vitali Mutko betrifft der Korruptionsskandal nicht die WM 2018 in Russland und die WM 2022 in Katar, es bestehe kein Risiko, dass Russland das Recht zur Austragung der WM entzogen wird. Experte Waleri Fedorejew ist ebenfalls der Ansicht, dass es unwahrscheinlich ist, dass die strafrechtliche Verfolgung der Funktionäre die WM-Vergaben gefährdet. Die Fifa sei eine unabhängige Organisation.
    Der russische Präsident Wladimir Putin sprach in Bezug auf die Vorgänge in Zürich Klartext. Bei diesem Skandal handele es sich um einen Versuch, die Wiederwahl Blatters zu verhindern, was ein grober Verstoß gegen die Prinzipien der internationalen Organisationen sei, so Putin.

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    Tags:
    Fußball-WM 2018, CAF, UEFA, FIFA, Waleri Fedorejew, Noël Le Graët, Michel Platini, Ali bin al-Hussein, Greg Dyke, Vitali Mutko, Joseph Blatter