16:59 24 September 2020
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    Ukrainische Finanz- und Schuldenkrise (85)
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    Mit neuen Finanzspritzen kann Kiew erst nach der Regelung seiner Schulden rechnen, schreibt die “Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Wirtschaftsprognosen für die Ukraine für dieses Jahr stark gesenkt. Im März hatten die IWF-Experten einen Rückgang des ukrainischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,5 Prozent und eine Inflation von 27 Prozent erwartet. Nach neuen IWF-Angaben wird das BIP in diesem Jahr jedoch sogar um neun Prozent schrumpfen und die Inflation bis zum Jahresende 46 Prozent betragen.

    Der IWF begründete seine Korrekturen damit, den Einfluss des Krieges im Donezbecken falsch eingeschätzt zu haben. Russische Experten sind jedoch der Ansicht, dass der Konflikt im Osten des Nachbarlandes an sich nicht zu diesem massiven Rückgang führen konnte. Der BIP-Einsturz sei eher die Folge der Politik Kiews, das den dramatischen Absturz der Nationalwährung Griwna nicht verhindert und die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und mit dem Donezbecken abgebrochen hatte.

    “Die Erklärungen des Internationalen Währungsfonds zum Einfluss des Konfliktes im Osten der Ukraine sollten im weitesten Sinne verstanden werden. Das ukrainische BIP geht hauptsächlich wegen des Abbruchs der Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und vieler gemeinsamer Projekte zurück, darunter in den Bereichen Rüstungen und Energie. Die Produktion verringert sich auch wegen des Versuchs Kiews, das Donezbecken wirtschaftlich zu blockieren“, sagt GUS-Experte Wladimir Scharichin.

    Es ist bemerkenswert, dass Kiew nur dann IWF-Finanzhilfen bekommt, wenn es den Geldgebern bei der Rückzahlung der Schulden Zugeständnisse gemacht hat. IWF-Kredite für die ukrainische Wirtschaft seien nur möglich, wenn ein Kompromiss zwischen der Ukraine und den privaten Kreditgebern bei Umschichtung eines Teils der Schulden erreicht werde, zitierte die Nachrichtenagentur Unian am Montag den Chef der IWF-Vertretung in Kiew, Nikolai Georgijew.

    Ende Mai hatte der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko ein Moratorium für die Rückzahlung der Schulden verhängt. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk rief die Kreditgeber zu Zugeständnissen und einem Teilerlass der Schulden auf.

    Der IWF berichtete gestern derweil, dass es in der Ukraine in den vergangenen Monaten Anzeichen einer ökonomischen Stabilisierung gebe. Dazu zählt der Währungsfonds die Stabilisierung des Devisenmarktes und das Wachstum der Gold- und Devisenreserven der Ukraine.

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    Tags:
    Griwna, IWF, GUS, Petro Poroschenko, Nikolai Georgijew, Wladimir Scharichin, Arsseni Jazenjuk, Donezk, Russland, Ukraine