12:10 21 Januar 2020
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    Washington bemüht sich um eine antichinesische Koalition in Südostasien, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat am vergangenen Wochenende seinen Besuch in Vietnam damit begonnen, dass er sein Beileid für die vietnamesischen Seestreitkräfte aussprach, eines deren Motorboote im Jahr 2014 von chinesischen Kriegsschiffen angegriffen worden war. Zu diesem Zwischenfall kam es in einem Gebiet, das Hanoi für sein Territorium hält, in dem China jedoch eine Bohrinsel aufgestellt hatte.

    Der Pentagon-Chef sagte bei seinem Besuch in Vietnam, es sei an der Zeit, das Zusammenwirken zwischen Washington und Hanoi, die ihre Beziehungen vor 20 Jahren wieder normalisiert hatten, zu festigen. Am Ende wurde eine „Erklärung über die Zukunftsvision“ unterzeichnet, die nicht nur ein Zusammenwirken, sondern auch Zuwendungen in Höhe von 18 Millionen Dollar vorsieht, die die USA Vietnam für den Kauf von Patrouillen-Motorbooten versprochen haben.

    Zahlreiche Inseln und Riffe im Südchinesischen Meer beansprucht allerdings nicht nur Vietnam, sondern auch die Philippinen (die mit den USA durch ein Militärabkommen verbunden sind) und drei weitere Länder erheben Anspruch darauf. Carter verwies darauf, dass sich Peking intensiver als alle seine Nachbarn um die Bildung von neuen Inseln (durch Landaufschüttungen) bemühe, was die internationale Schifffahrt gefährde. Die USA wollen nicht nur Schiffe und Flugzeuge in die umstrittenen Gebiete schicken, sondern fordern auch ihre Verbündeten zum Widerstand gegen die Volksrepublik auf, und zwar erfolgreich: Australien und Japan haben bereits angekündigt, Schiffe ins Südchinesische Meer zu entsenden.

    Die Südostasien-Reise des US-Verteidigungsministers hatte aber auch ein anderes Ziel: Washington will für die US-Konzerne den dortigen Rüstungsmarkt freimachen. Vietnam gehört zu den langjährigen Partnern Russlands, indem es seine U-Boote und andere Rüstungen kauft.

    Das Thema militärtechnische Partnerschaft wird auch im Mittelpunkt der Verhandlungen des Pentagon-Chefs mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Mori stehen. Neu-Delhi ist Russlands wichtigster Partner im Waffenhandel.

    Dass die Amerikaner Russland als Nebenbuhler bei Rüstungsdeals loswerden wollen, ist nachvollziehbar. Was erwarten sie aber von den Indern? Laut der Zeitung „Business Standard“ will Washington, dass der gemeinsame Ausschuss, der vor mehreren Jahren gebildet wurde und an dem hochrangige Beamte aus beiden Ländern beteiligt sind, intensiver arbeitet. Die Inder wollen aber nicht in Debatten versinken, sondern Triebwerke 414 von General Electric Aviation, mit denen ihre leichten Kampfjets Tejas ausgerüstet werden sollen.

    Die Amerikaner wollen ihre neusten Technologien jedoch nicht teilen und berufen sich auf ihre gesetzlichen Beschränkungen auf diesem Gebiet. Deshalb bleibt Indien keine andere Wahl als eine Ausschreibung, an der auch europäische Unternehmen wie Eurojet teilnehmen werden.

    Außerdem sind die Inder an der Kooperation mit Washington beim Bau ihres zweiten Flugzeugträgers sowie von kleinen Drohnen interessiert.

    Der russische Orientalist Felix Jurlow äußerte, dass die Konkurrenz auf dem indischen Waffenmarkt immer heftiger werde. Dabei müsste sich Russland nicht nur mit den USA, sondern auch mit Israel und Frankreich messen. Zu seinen Vorteilen gehöre allerdings ein unter Mitwirkung Russlands gebautes Atom-U-Boot, das bereits vom Stapel gelaufen sei, sowie ein Vertrag über die Lieferung von Kampfjets für den indischen Flugzeugträger „Vikramaditya“ (ehemals „Admiral Gorschkow“).

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    Tags:
    Waffen, Vikramaditya, General Electric Aviation, Pentagon, Felix Jurlow, Ashton Carter, Südchinesisches Meer, Japan, Australien, Philippinen, Russland, China, Vietnam, USA