14:45 20 Oktober 2020
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Vertreter von mehr als 20 Staaten haben in Paris über eine wirksame Strategie im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien beraten. Wegen Meinungsverschiedenheiten in der Koalition wurden jedoch keine neuen Schritte zur Neutralisierung der Dschihadisten vereinbart, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Dem Treffen unter Vorsitz des französischen Außenministers Laurent Fabius und des irakischen Regierungschefs Haidar al-Abadi gingen Gespräche über die unter IS-Kontrolle stehende und strategisch wichtige Stadt Ramadi voraus, die knapp 100 km von Bagdad entfernt ist. Der irakische Premier beschuldigte die Koalitionsteilnehmer der Untätigkeit.

    „Die Koalitionsländer sollten mehr politische Arbeit machen. Wir brauchen Erklärungen, warum es beim IS so viele Terroristen aus Saudi-Arabien, dem Persischen Golf, Ägypten, den europäischen Ländern gibt. Wenn die politische Situation im Irak das Problem ist, warum halten sich dann Amerikaner, Franzosen und Deutsche im Irak auf?” 

    „Es gibt viele Gründe für die Macht des IS. Erstens ist es ihm gelungen, eine eindrucksvolle, kampffähige und gut ausgerüstete Armee zusammenzustellen”, erklärte Rod Thornton, Professor am Londoner King`s College.

    "Zweitens verfügt der IS über etliche Mittel zur Anlockung neuer Mitglieder, die bereit sind, für die Umsetzung des Projekts zur Umgestaltung der Welt zu kämpfen. Für die radikalen Sunniten ist es die Chance, für ihre Religion zu sterben. Und für die sozialen Unterschichten ist es die Möglichkeit, Geld zu verdienen, und für die jungen Leute, die sich als Außenseiter in der westlichen Welt fühlen, ist es die Suche nach ihrem Platz im Leben.“

    Der russische Politikexperte Grigori Kossatsch weist auf einen weiteren Grund hin: „Im Nahen Osten beobachten wir zurzeit eine Krise der Regime. Die Regierungen, die auf die Scharia verzichtet haben und den Interessen der USA und Israels dienen, werden als korrupt empfunden.“

    Der Experte ist der Ansicht, dass sich der Kampf gegen die IS-Terroristen äußerst schwierig gestalten wird. „Mit militärischen Mitteln kann man nur vorübergehende Erfolge erzielen, doch es wird unmöglich sein, dieses Problem ohne die Umgestaltung des politisches Systems und des Lebens in den arabischen Ländern zu lösen. Diese Umgestaltung halten die Regimes noch nicht für notwendig“, sagt Grigori Kossatsch. „Das bedeutet, dass der IS weiterhin eine Macht bleibt, die nicht zu stoppen ist.“

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Grigori Kossatsch, Rod Thornton, Laurent Fabius, Haidar al-Abadi, USA, Irak