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    Russischer Agent nach deutscher Haftentlassung wieder in der Heimat

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    NSA: Neuer Spionagefall in Deutschland (24)
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    Der vor zwei Jahren in Deutschland wegen Spionage für Russland zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilte Andreas Anschlag ist freigelassen worden, schreibt die Zeitung “Kommersant” am Donnerstag.

    Dass der im Sommer 2013 wegen Spionage für Russland verurteilte Russe, der unter dem Namen Andreas Anschlag bekannt ist, das Gefängnis in Butzbach verlassen hat, meldete dpa unter Berufung auf die Behörden des Kreises Wetterau (Hessen).

    Andreas Anschlag und seine Ehefrau, die unter dem Namen Heidrun bekannt ist, waren im Sommer 2013 vom Oberlandesgericht Stuttgart zu sechseinhalb bzw. fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im November des vorigen Jahres wurde die Frau nach der Hälfte der Haftzeit nach Russland abgeschoben.

    Das Gerichtsverfahren gegen die Eheleute Anschlag gilt als einer der aufsehenerregendsten Spionageprozesse seit dem Ende des Kalten Krieges. Der 55-jährige Andreas Anschlag und seine 49-jährige Ehefrau Heidrun, die mehr als 20 Jahre mit österreichischen Pässen in Deutschland gelebt hatten, wurden Ende 2011 verhaftet.

    Aus dem Urteil geht hervor, dass die Eheleute für sowjetische und später russische Geheimdienste gearbeitet hatten. Von ihrer Tätigkeit hatten die deutschen Behörden durch das FBI erfahren, das den russischen Spionagering dank dem Überläufer Alexander Potejew auffliegen ließ.
    Die Ermittler konnten die echten Namen der beiden Agenten nicht herausfinden. Es ist nur bekannt, dass die Rufnamen der Eheleute Pit und Tina waren. Bei Notfällen sollten sie sich bei der russischen Botschaft in Berlin als Sascha und Olga melden.

    Nach Angaben der Ermittler sammelten Andreas und Heidrun Informationen über die Nato und die EU. Ein niederländischer Diplomat übergab ihnen etwa 200 vertrauliche Dokumente. Die Ermittler stellten fest, dass Pit und Tina monatlich 4.300 bzw. 4.000 Euro aus Moskau bekommen und fast 700.000 Euro angespart hatten. Die deutschen Strafverfolgungsbehörden konnten dieses Geld jedoch nicht nachweisen.

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