00:35 18 November 2019
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    Russische Soldaten während einer Militärübung bei Stawropol

    Britische Experten fordern Aufrüstung gegen Russland

    © AFP 2019 / Sergey Venyavsky
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    In einem Bericht der britischen Denkfabrik Chatham House (bis 2004 Royal Institute of International Affairs) wird der Westen angesichts des Ukraine-Konflikts und eines möglichen Zusammenstoßes mit Russland zur Aufrüstung aufgefordert, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Unter den sechs Autoren des Berichts sind zwei ehemalige britische Botschafter in Moskau: Roderic Lyne und Andrew Wood. In ihrem Bericht “Russian Challenge“ (Russische Herausforderung) fordern die Verfasser eine rasche Aufrüstung der westlichen Streitkräfte angesichts der “russischen Aggression”

    „Bis 2003 herrschte die Meinung vor, dass das modernisierte Russland zu einem konstruktiven und gesunden Mitglied der Völkergemeinschaft werden kann. Allmählich gelangt man jedoch zu der Erkenntnis, dass Moskau, solange es an seinem bisherigen politischen Kurs festhält, kein Partner und kein Verbündeter sein kann, und dass die bestehenden Unterschiede alle gemeinsamen Interessen Russlands und des Westens durchkreuzen“, heißt es in dem Bericht.

    Die Autoren warnen, dass der Ukraine-Konflikt zu einem direkten Zusammenstoß Russlands und der europäischen Ländern führen könnte.

    Die Versuche des Kremls, die Ostukraine abzutrennen, seien voraussehbar gewesen. Doch die westlichen Staats- und Regierungschefs seien von einer “kollektiven Amnesie“ erfasst worden. Um den russischen Präsidenten Wladimir Putin Widerstand zu leisten, sei eine neue Strategie nötig. Der Krieg in der Ukraine sei ein entscheidender Faktor für die Sicherheit Europas. Die Nato müsse auf die Versuche des Kremls, Staaten zu destabilisieren, hart reagieren. Russland werde zunehmend autoritärer und erhöhe massiv seine Militärausgaben, heißt es in dem Bericht.

    Dort wird Russland eine finstere Zukunft prophezeit: Russlands lahmende Wirtschaft könnte zum Sturz Putins führen.
    In der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus) wurde der Bericht der Briten stark kritisiert. Dem Abgeordneten der Regierungspartei Geeintes Russland, Franz Klinzewitsch, zufolge „offenbart er die wahren Pläne des Westens in Bezug auf Russland“. „Niemand hat vor, die Sanktionen aufzuheben“, unterstrich Klinzewitsch.

    Nach Meinung des Duma-Vizevorsitzenden Nikolai Lewitschew „enthält der Bericht einen Maßnahmenkomplex, um die Entwicklung Russlands zu stoppen“. „Verschiedene Experten und Politiker sagen immer das Gleiche: Der Westen braucht ein schwaches Russland, ausgeblutet, passiv – ein Land, das Rohstoffe liefert und Fertigwaren absetzt“, sagte er.

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    Tags:
    Denkfabrik Chatham House, Nikolai Lewitschew, Franz Klinzewitsch, Wladimir Putin, Andrew Wood, Roderic Lyne, Ukraine, Russland, Großbritannien