05:05 11 Dezember 2019
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    Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“

    Russland und Ägypten überraschen mit Manöver im Mittelmeer

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    Im Mittelmeer beginnt morgen die aktive Phase eines russisch-ägyptischen Seemanövers, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass diese erste gemeinsame Übung der Seestreitkräfte beider Länder, die unter dem Codenamen „Freundschaftsbrücke 2015“ verläuft, „den realen geopolitischen und militärischen Zielen entspricht, die Moskau und Kairo in der Region verfolgen“.

    Wann genau die Übung begonnen hat, wurde nicht mitgeteilt. Erst nachdem mehrere Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte mit dem Raketenkreuzer „Moskwa“ an der Spitze in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria einliefen, bestätigte Moskau offiziell den Beginn des Manövers.

    Die entsprechende Vereinbarung war im März während eines offiziellen Besuchs des ägyptischen Verteidigungsministers Sidqy Sobhi in Moskau getroffen worden.

    Auffallend ist, dass die russisch-ägyptische Übung in der Nähe des syrischen Hafens Tartus stattfindet, wo sich ein Versorgungsstützpunkt der russischen Seestreitkräfte befindet. Nicht auszuschließen ist, dass Russland im Falle einer weiteren Eskalation in Syrien von seinem Stützpunkt abziehen müsste und die an der Übung beteiligten Schiffe russische Staatsbürger aus dem Konfliktraum bringen müssten. Daran könnten sich auch ägyptische Schiffe beteiligen.

    Weiterlesen: Russisch-chinesisches Seemanöver im Mittelmeer: Aktive Phase

    Laut arabischen und israelischen Medienberichten könnte der Stützpunkt in einer ägyptischen Hafenstadt eingerichtet werden, zumal Kairo Moskau beim Abtransport russischer Staatsbürger sowie Bürger anderer Staaten aus dem Jemen geholfen hatte. Entsprechende offizielle Erklärungen zu diesem Thema gab es aber vorerst nicht.

    Neben der Marineübung „Freundschaftsbrücke 2015“ hatten Moskau und Kairo im März eine gemeinsame Anti-Terror-Übung der Schnellen Eingreifkräfte geplant. Das ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass radikale Islamisten den ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah as-Sisi ins Visier genommen haben.

    Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow kürzlich sagte, „befinden sich der Irak, Syrien und Ägypten an der vordersten Front der Terrorbekämpfung. Deshalb werden wir (…) ihre Verteidigungsfähigkeit bzw. Fähigkeit fördern, den IS und andere Terroristen von ihrem Territorium zu vertreiben.“

    Zwar stehen Moskau und Kairo auf unterschiedlichen Positionen in Bezug auf einige Probleme im Nahen Osten, aber Ägypten sei „ein antiwestlicher Verbündeter Russlands“, so die iranische Politologin Leila Karimi. „Ihre früheren positiven Erfahrungen sprechen dafür, dass Moskau und Kairo hervorragende Möglichkeiten für die Entwicklung von engen bilateralen Beziehungen haben“, betonte sie.

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    Tags:
    Marine, Sidqy Sobhi, Abdel Fattah al-Sisi, Russland, Ägypten, Syrien