19:32 21 Oktober 2018
SNA Radio
    Der iranische Präsident Hassan Rouhani

    Iran: Präsident Rouhani will Ende der Sanktionen, aber Zentrifugen behalten

    © Sputnik / Alexei Nikolskiy
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    Atomstreit mit Iran (135)
    1530

    Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat am 15. Juni in der Stadt Bodschnurd eine Rede anlässlich seiner zweijährigen Amtszeit und zum Atom-Deal mit der Sechser-Gruppe gehalten. In Israel wächst derweil die Kritik an der Atom-Einigung mit dem Iran, schreibt die “Nesawissimaja Gaseta” am Dienstag.

    „Unter Leitung des Obersten Führers und mit Unterstützung des Volkes werden wir Uran und die Wirtschaft Irans ‚anreichern‘“, so Rouhani. Die Aufhebung der gegen den Iran verhängten Sanktionen spiele dabei eine wichtige Rolle. Der iranische Präsident muss die antiwestlichen Hardliner in den eigenen Reihen überzeugen, dass der Atom-Deal mit der Sechsergruppe (die fünf Veto-Mächte in der UNO plus Deutschland) nur Vorteile mit sich bringt, zum Ende der Sanktionen führt und dem Ansehen des Landes dabei nicht schadet.

    Die Atom-Verhandlungen zwischen der Sechsergruppe und dem Iran sollen am 30. Juni zu Ende gehen. Doch dieser Termin wird anscheinend nicht eingehalten. Rouhani teilte mit, den internationalen Inspektoren allzu gründliche Überprüfungen der Atomanlagen zu verweigern, um die staatlichen Geheimnisse Irans zu schützen, selbst wenn dies die Verhandlungen in die Länge ziehen sollte. Die Gegner des Atom-Deals im Iran sehen die Interessen des Landes gefährdet: Wegen des westlichen Drucks gehe die Regierung unnötige Kompromisse ein.

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf der Sechsergruppe vor, den Iran begünstigt zu haben. Ihm zufolge wird der Deal den Iran nicht daran hindern, eine Atombombe zu bauen. Netanjahu forderte die internationalen Vermittler auf, das endgültige Atom-Abkommen mit Teheran zu verschieben. Der israelische Energieminister Yuval Steinitz klagte, dass  die Sechsergruppe zu große Zugeständnisse mache, indem sie die Inspektionen der iranischen Atomobjekte beschränke.

    Dem russischen Orientalisten Wladimir Saschin zufolge ist der Atom-Deal wichtig für den Iran. Es handele sich um eine Prestige-Frage. Doch das sei nicht der einzige Aspekt. Der vom Iran unterzeichnete Atomwaffensperrvertrag sehe kein Verbot von Atomtests und der Produktion von angereichertem Uran und Plutonium vor. Die Position Israels sei klar, doch die Handlungen Irans verstoßen nicht gegen die Vereinbarungen zwischen dem Iran und der Sechsergruppe.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Atomstreit mit Iran (135)

    Zum Thema:

    USA loben Russlands Rolle bei Atomgesprächen mit Iran
    USA drohen Russland mit neuen Sanktionen wegen Geschäften mit Iran
    Iran dementiert: Keine Einigung mit USA über Atomtransport nach Russland
    Netanjahus Albtraum: Atom-Deal mit Iran
    Tags:
    Sanktionen, Uran, Wladimir Saschin, Benjamin Netanjahu, Hassan Rohani, Israel, Iran