07:27 16 Juni 2019
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    Prinz Mohammed bin Salman

    Saudi-Arabien und Russland nähern sich wieder an

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    Saudi-Arabiens Verteidigungsminister, Prinz Mohammed bin Salman, will bei seinem Russland-Besuch die wegen Syrien auf Eis gelegten Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder aufnehmen. Am Rande des Wirtschaftsforums in St. Petersburg soll es zu einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin kommen, schreibt der „Kommersant“ am Mittwoch.

    Dem russischen Orientalisten Konstantin Dudarew zufolge ist der Besuch des saudischen Prinzen von großer Bedeutung. Es handelt sich um den ersten Besuch eines hochrangigen Vertreters Saudi-Arabiens nach der Thronbesteigung von König Salman im Januar. Zudem besucht eine saudische Regierungsdelegation Russland erstmals nach vier Jahren angespannter Beziehungen. Der Besuch ist angesichts der Russland-Sanktionen der USA, eines wichtigen Partners Saudi-Arabiens, bemerkenswert. Moskau und Riad wollen die Wirtschaft von der Politik trennen.

    Experten sehen die Reise des Prinzen als „Generalprobe“ für einen Russland-Besuch des saudischen Königs. Am 20. April hatte Putin den saudischen König Salman während eines Telefonats nach Russland eingeladen. Damals bestätigten die Seiten ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern und die handelswirtschaftlichen Beziehungen auszubauen.

    Auf der Agenda der Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien stehen die Themen Ernährungssicherheit, Infrastruktur, Stromenergie, Petrochemie und Reiseverkehr. Zudem sollen während des Besuches der saudischen Delegation Abkommen über das Zusammenwirken bei der friedlichen Nutzung der Atomenergie, bei der Erschließung des Weltraums und einer gemeinsamen Nutzung des russischen GLONASS-Navigationssystems unterzeichnet werden. Außerdem sollen Kooperationsprojekte in der Landwirtschaft und im Bereich Dienstleistungen vereinbart werden.

    Prinz Mohammed bin Salman und seine Begleiter sind nicht die einzige Delegation aus Riad, die in dieser Woche nach Russland kam. Saudische Militärs hatten vor kurzem das internationale militärtechnische Forum „Armija-2015“ in Kubinka bei Moskau besucht. Wir russische Medien unter Berufung auf eine Quelle aus der saudischen Delegation berichteten, wollen die Militärs den Erwerb der russischen Iskander-E-Raketenkomplexe besprechen.

    Der russische Rüstungsexporteuer Rosoboronexport nahm keine Stellung zu diesen Informationen. Doch einigen Quellen zufolge gehört Saudi-Arabien tatsächlich zu den potentiellen Käufern dieser Systeme. Theoretisch gibt es keine Hindernisse bei der Unterzeichnung eines Abkommens – die Iskander-Komplexe dürfen an ausländische Kunden verkauft werden. Bestellungen aus dem Ausland könnten wegen der hohen Auslastung des Raketenbauers jedoch erst 2016-2017 erfüllt werden. Bis dahin werde klar sein, ob das Kaufinteresse der Saudis ernst zu nehmen ist, so eine Quelle aus der Rüstungsbranche.

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    Atomenergie, Energiebereich, Iskander-M, Militärforum Armee 2015, Wirtschaftsforum in St. Petersburg 2015, Rosoboronexport, GLONASS, Mohammed bin Salman al-Saud, USA, Russland, Saudi-Arabien