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    Deutscher Lebensmitteldiscounter Plus kommt nach Russland

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    Die deutsche Tengelmann-Gruppe will in diesem Jahr in Russland mehrere Märkte des Lebensmitteldiscounters Plus eröffnen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Bis Ende 2015 handele es sich um die ersten zwölf Geschäfte, teilte Tengelmann-Sprecherin Justine Zagalak mit. Je drei Geschäfte werde es in den Gebieten Moskau, Tula und Nischni Nowgorod und je ein Geschäft in den Städten Kaluga, Twer und Murom (Gebiet Wladimir) geben, präzisierte die Sprecherin von Plus Discount, Olga Jermakowa.

    Das Angebot werde die wichtigsten Kategorien von Lebensmitteln und Alltagswaren umfassen. In jedem einzelnen Geschäft werde es insgesamt 2.200 Artikel geben. 70 Prozent davon werden auf Lebensmittel entfallen. Der Anteil von Produkten der eigenen Handelsmarke werde relativ gering sein. Alle Produkte würden bei russischen Lieferanten gekauft, ergänzte Jermakowa.

    Die Unternehmensgruppe wurde im Jahr 1867 gegründet und gehört der Familie des 82-jährigen Erivan Haub (Nummer 577 auf der "Forbes"-Liste mit einem Vermögen von 3,1 Milliarden Dollar). Der Umsatz der Gruppe, die in 17 europäischen Ländern vertreten ist, belief sich 2013 auf 7,82 Milliarden Euro.

    Die Tengelmann-Gruppe betreibt in Russland auch die Baumarktkette OBI und in anderen Ländern die Handelsketten KiK, Kaiser’s und den Onlineshop plus.de. Darüber hinaus gehören Tengelmann Anteile an den Discount-Handelsketten Netto und TEDi. Stand Ende 2013 betrieb die Unternehmensgruppe insgesamt 4.151 Geschäfte, darunter 3.245 in Deutschland.

    Tengelmanns Expansionspläne in Russland würden die Eröffnung von 150 Lebensmittelgeschäften bis 2022 vorsehen, so Zagalak. Wie groß die Investitionen sein dürften, präzisierte sie nicht.

    Auf dem russischen Markt seien bereits mehrere ausländische Handelsgruppen präsent, die sich auf den Lebensmittelhandel spezialisieren, sagte der Generaldirektor der Firma Infoline-Analitika, Michail Burmistrow. In diesem Kontext erwähnte er die französische Auchan Groupe (Auchan und Atak), die deutschen Metro Group (Metro Cash & Carry) und Rewe Gruppe (Billa), die schweizerische COOP-Group (Selgros Cash & Carry) sowie die finnischen Stockmann Group, Kesko (K-ruoka) und Sok Retail Inc. (Prisma). Keine dieser Ketten sei jedoch im Discounter-Bereich mit einem beschränkten Warenangebot tätig, ergänzte der Experte.

    Der Zeitpunkt für das Discounter-Konzept sei ziemlich günstig, findet Raiffeisenbank-Analystin Natalja Kolupajewa. In der aktuellen Wirtschaftssituation werden sich viele Kunden auf billigere Waren umstellen müssen. Wichtig sei aber die Fähigkeit der Tengelmann-Gruppe, treue Kunden zu gewinnen. Da das Unternehmen den Hauptakzent auf niedrige Preise setze, sei es interessant, wie lange es sich leisten könne, ohne Gewinne zu arbeiten, wie es seine Kontakte mit Lieferanten aufbauen und die Logistik entwickeln werde, so die Branchenkennerin. „Ein Angebot von nur 2.200 Artikeln ist sehr gering“, stimmte Burmistrow zu. Das bedeute eine beschränkte Anzahl der wichtigsten Waren und nicht besonders günstige Lieferpreise, meint er.

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    Tags:
    Investitionen, Lebensmittel, Raiffeisenbank, Sok Retail Inc, Kesko, Stockmann Group, COOP-Group, Rewe Gruppe, Metro Cash & Carry, Metro Group, Auchan Groupe, Infoline-Analitika, TEDi, Netto, Onlineshop plus.de, Kaiser’s, KiK, OBI, Tengelmann Group, Plus-Discounter, Natalja Kolupajewa, Michail Burmistrow, Erivan Haub, Olga Jermakowa, Justine Zagalak, Deutschland, Russland