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10:08 22 September 2019
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    Menschen protestieren in Wisconsin

    Neue Welle rassistischer Amokläufe in Amerika

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    Die USA sind von einer Welle von Amokläufen erfasst worden, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Montag. In Philadelphia und Detroit wurden am Samstag zwei absolut ähnliche Verbrechen begangen: Es wurde auf große Menschenmengen geschossen.

    In Philadelphia wurden bei einer Straßenparty neun Menschen, darunter zwei Teenager und ein kleines Kind, verletzt. In Detroit schoss ein Amokläufer auf offener Straße auf die Zuschauer eines Basketballspiels. Dabei wurde ein 20-Jähriger getötet, neun weitere Menschen wurden verletzt. In beiden Fällen konnten die Täter fliehen.

    Wenige Tage zuvor hatte ein gewisser Dylann Roof in Charleston (Bundesstaat South Carolina) gleich neun Kirchgänger ermordet. Der 20-Jährige wurde festgenommen. Er gestand, überzeugter Rassist zu sein, der geträumt habe, eine Art „amerikanischer Breivik“ zu werden.

    Weiterlesen: Aktivist Abu-Jamal prangert US-Behörden an: „Hölle“ für Schwarze 

    Da die drei Verbrechen in verschiedenen Regionen der USA begangen wurden, wurden sie zwar offensichtlich von verschiedenen Straftätern ausgeführt, aber es stellt sich die Frage, ob sie nicht doch miteinander verbunden sind. Denn auch in Detroit und Philadelphia kam es zu Massakern in Stadtteilen, wo die meisten Einwohner dunkelhäutig sind. Nicht auszuschließen ist, dass es sich in dem Fall um so genannte „Nachahmungsverbrechen“ durch Psychopathen handelt.

    Barack Obama bei einer Konferenz der US-Bürgermeister
    © AP Photo / Carolyn Kaster
    Präsident Barack Obama zeigte sich nach dem Massaker in Charleston bestürzt und forderte Einschränkungen des freien Waffenhandels in den USA. „Früher oder später muss das amerikanische Volk eine klare Stellung beziehen, und alle müssen sich ihre Meinung über Waffengewalt neu überlegen“, betonte er und erinnerte daran, dass der US-Senat im April 2014 ein Paket von Gesetzentwürfen abgelehnt hatte, die die Verschärfung der Waffenkontrollen im Land vorsahen.

    Viele betrachten aber die jüngsten Amokläufe als Beweis dafür, dass das Problem Rassenhass in der US-Gesellschaft alles andere als gelöst ist. Nicht zufällig haben sich nach dem Massaker in Charleston viele Prominente um den bekannten TV-Moderator Jon Stewart gegen die Verbreitung der Konföderiertenflagge der US-Südstaaten ausgesprochen, die als Symbol der weißhäutigen Rassisten gilt. Diese Kampagne hat allerdings bislang keine große Resonanz erfahren.

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    Rassismus, USA