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19:07 18 Juli 2019
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    Russland offeriert Iran modernere Abwehrraketen

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    Rossijskaja Gaseta
    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
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    Russland könnte dem Iran statt der veralteten Abwehrraketen S-300PMU-1 die neuesten Raketensysteme Antej-2500 anbieten, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    Die russische Waffenexportbehörde Rosoboronexport und der Konzern Almas-Antej gaben bislang keine Kommentare zu entsprechenden Medienberichten ab. Experten meinen allerdings, dass ein Tausch der Raketen möglich und naheliegend wäre.

    Der Vertrag über die Lieferung von fünf Divisionen mit Systemen S-300PMU-1 für schätzungsweise 800 Millionen Dollar war bereits 2007 abgeschlossen worden. Aus unterschiedlichen Gründen wurde er später außer Kraft gesetzt. Moskau musste den Vorschuss in Höhe von 167 Millionen Dollar zurückzahlen. Allerdings wollte sich Teheran damit nicht begnügen und zog gegen Moskau vor Gericht. Die Iraner verklagten Rosoboronexport auf fast vier Milliarden Dollar.

    Da sich die Bedingungen in der internationalen Politik jedoch verändert haben, bietet Moskau den Iranern seine Raketen erneut an. In Frage kommen aber nicht mehr die S-300PMU-1-Systeme, die nicht mehr gebaut werden, sondern die neuen Antej-2500-Komplexe. Das ist die Exportversion des S-300VM-Systems, mit dem die russischen Landstreitkräfte ausgerüstet sind.

    Russland bietet seine Antej-Raketen seit Mitte der 1990er Jahre zum Verkauf an, fand aber bislang keinen Abnehmer im Ausland. Der Grund dafür könnte darin bestehen, dass diese Modifikation Raupenfahrwerke (auf Basis des T-80-Panzers) hat, wobei weltweit Raketensysteme auf Rädern bevorzugt werden.

    S-300-Raketensysteme wurden bereits seit Sowjetzeiten in zwei Versionen gebaut. Die S-300P-Modifikation war für die Verteidigung von Industrie- und Verwaltungsobjekten bestimmt. Die S-300V-Modifikation hatte die Aufgabe, Truppenverbände zu schützen, und dafür war das Raupenfahrwerk besser geeignet. Im Unterschied zur S-300P-Version war sie jedoch nicht ständig einsatzbereit. Bei den Arbeiten am Antej-2500-Modell wurde dieses Problem allerdings gelöst.

    Antej-2500 ist für die Bekämpfung von allen Typen von Luftzielen sowie von taktischen Raketen geeignet. Seine Reichweite beträgt 2.500 Kilometer. Aus einer Entfernung von 250 Kilometern kann eine Antej-2500-Division bis zu 24 Luftziele bzw. bis zu 16 ballistische Raketen gleichzeitig verfolgen.

    Die Situation wird jedoch dadurch erschwert, dass Teheran seine Klage gegen die russische Waffenexportbehörde nicht zurückgenommen hat. Solange das nicht geschieht, kommt ein Deal für Moskau nicht in Frage.

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    S-300, Waffen, Moskau, Russland, Iran