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    Öl-Boom dank Atom-Einigung? Iran lockt Investoren an

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    Die Atom-Einigung zwischen der Sechsergruppe und dem Iran ist noch nicht abgewickelt worden, aber führende Ölkonzerne verhandeln bereits mit Teheran über Investitionen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Das Abkommen zum iranischen Atomprogramm soll am 30. Juni unterzeichnet werden, ob es aber dazu kommt, ist vorerst unklar. Jedenfalls zeugen die jüngsten Äußerungen von französischen Offiziellen sowie des geistlichen Oberhaupts der Islamischen Republik, Ajatollah Chamenei, davon, dass die Kontroversen groß sind.

    Den Höhepunkt seiner Ölförderung erlebte der Iran in den 1970er-Jahren, noch vor der Islamischen Revolution. Damals förderte das Land bis zu sechs Milliarden Barrel täglich. Um wieder solche Zahlen zu erreichen, brauchen die Iraner Investitionen in Höhe von Dutzenden Milliarden Dollar.

    Um ausländische Investoren anzulocken, bieten die Iraner ihnen sehr günstige Bedingungen an. Unter anderem dürfen die Ausländer künftig nicht nur als Auftragnehmer agieren, sondern auch Joint Ventures im Iran gründen. Zudem könnten bei den Gewinnausschüttungen an die Investoren die Preisschwankungen auf dem Ölmarkt berücksichtigt werden.

    Am iranischen Markt sind auch russische Konzerne interessiert. Branchenkenner Michail Krutichin verwies beispielsweise darauf, dass Lukoil mit Teheran bereits verhandelt habe. Dieses Unternehmen habe an der Erschließung eines Vorkommens in der Islamischen Republik teilgenommen, doch dieses Projekt sei wegen der internationalen Sanktionen auf Eis gelegt worden. Jetzt stehen die Chancen für die Fortsetzung dieses Projekts aber ziemlich gut. Auch Gazprom könnte im Iran Fuß fassen, hat aber nichts außer Geld anzubieten und könnte sich deshalb eher als Finanzpartner an einem internationalen Konsortium beteiligen. Allerdings könne es Widerstand geben, wenn Gazprom in ein internationales Konsortium einsteigen wolle, so der Experte.

    Ferner vermutete er, dass Irans Rückkehr auf den internationalen Ölmarkt zu einem Preisverfall führen könnte. „Zunächst wird der Iran seine Ölvorräte mit großen Rabatten absetzen, um seine Marktnische zurückzugewinnen. Dann wird er Ölfelder ausbeuten, die derzeit nicht erschlossen werden. Auf dem Markt wird es mehr Öl geben, und Russland wird darunter leiden“, hatte Krutichin schon vorher gesagt.

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    Joint Venture, Atomprogramm, Erdöl, Gazprom, LUKoil, Michail Krutichin, Ajatollah Ali Chamenei, Russland, Iran