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    Umfrage: Mehrheit der Russen begrüßt Sanktionskrieg

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    Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens (174)
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    Die meisten Russen sind der Ansicht, dass die Führung des Landes die westlichen Sanktionen ignorieren sollte, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag unter Berufung auf die Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum.

    66 Prozent der Befragten zeigten sich überzeugt, dass der Westen mit seinen Sanktionen „Russland erniedrigen“ will. (Im Dezember 2014 waren 72 Prozent dieser Auffassung.) Dass der Westen damit das geopolitische Gleichgewicht, das durch die Wiedervereinigung Russlands mit der Krim gebrochen wurde, wiederherstellen will, glauben 21 Prozent (gegenüber 14 Prozent im Dezember 2014). Fünf Prozent sind der Meinung, dass der Westen mit seinen Sanktionen den Krieg in der Ostukraine stoppen will.

    Nur 46 Prozent der Russen glauben nach wie vor, dass die Sanktionen gegen breite Kreise der Bevölkerung des Landes gerichtet sind (im Dezember waren es 54 Prozent). 29 Prozent betrachten die Sanktionen als Strafmaßnahme gegen die Ukraine-Politik der russischen Führung. 19 Prozent sind überzeugt, dass der Westen daran überhaupt nicht denkt. Dass die Sanktionen schmerzhaft für sie und ihre Familien sind, gab weniger als ein Drittel der Russen zu. 62 Prozent behaupteten, sie spüren keine Folgen der Sanktionen.

    70 Prozent gaben sich indes überzeugt, dass Russland trotz der westlichen Sanktionen an seiner Politik festhalten sollte. Nur 20 Prozent plädierten für die Suche nach Kompromissen mit dem Westen. Zehn Prozent konnten die Frage nicht eindeutig beantworten.

    42 Prozent der Russen finden, dass Moskau seine wirtschaftlichen und militärischen Kontakte mit dem Nahen Osten, China und Indien intensivieren sollte. 38 Prozent würden scharfe Gegensanktionen begrüßen. 37 Prozent sprachen sich dafür aus, das Vorgehen des Westens zu ignorieren, 16 Prozent für eine Aufstockung der Militärausgaben. Zehn Prozent der Befragten finden, dass sich der Kreml die Wiedervereinigung mit der Krim und die Unterstützung des Volksheeres im Donezbecken noch einmal überdenken sollte. Nach Auffassung von sieben Prozent der Befragten sollte Russland die Rückzahlung seiner Auslandsschulden verweigern.

    Ferner stellten die Soziologen fest, dass mittlerweile etwas weniger Russen die Angliederung der Krim begrüßen. Im Mai hatten 56 Prozent der Befragten diesen Schritt befürwortet. Im Juni waren es „nur“ 53 Prozent. 34 Prozent gaben an, die Wiedervereinigung mit der Krim “eher zu befürworten”. Mit anderen Worten: Die Zweifel an der Zweckmäßigkeit dieses Schritts nehmen zu.

    Alexander Beloussow vom Institut für Philosophie und Recht vermutete angesichts der Umfrageergebnisse, dass die Zahl der Befürworter einer Kompromisssuche mit dem Westen größer sein könnte, denn sie korreliert nicht direkt mit der Zahl der Anhänger der russischen Führung. „Denn ein und derselbe Mensch kann zwar Anhänger des Präsidenten sein, gleichzeitig aber eine Meinung zur Wirtschaftslage haben“, so der Experte. Dass 70 Prozent eine  Konfrontation mit dem Westen begrüßen, führte er darauf zurück, dass die meisten Russen (besonders in der Provinz) kaum etwas über den Hintergrund der Sanktionen wissen und ideologisch gegen den Westen eingestellt sind.

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