22:51 20 November 2019
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    Russland-Politik: Hillary Clinton setzt auf Pragmatismus

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    Die ehemalige US-Außenministerin und demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton will im Falle ihres Wahlsiegs eine klügere Russland-Politik anstreben und das Zusammenwirken mit Wladimir Putin wiederaufnehmen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    „Wir sollten klüger in den Beziehungen mit Putin und seinen Ambitionen vorgehen“, sagte Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Glen (US-Bundesstaat New Hampshire). „Ich hatte mit ihm zu tun gehabt. Ich kenne ihn. Er ist kein einfacher Mensch, doch ich denke nicht, dass es eine Alternative für ein ständiges Zusammenwirken gibt“, sagte Clinton. Zu einer solchen Politik würden die USA von den Gefahren und Herausforderungen gezwungen, mit denen Amerika unter anderem durch die Aggressivität Putins konfrontiert sei, so Clinton.

    Clinton rief zwar dazu auf, die Russland-Politik pragmatischer zu gestalten, schlug aber einen scharfen Ton gegen Moskau an. „Wäre die Ukraine ein Nato-Mitglied gewesen, als die Krim annektiert wurde, hätten wir reagieren müssen.“ Auch gegen China und den Iran wetterte sie. Die US-Präsidentschaftskandidatin zählt Teheran weiterhin zu den Ländern, die den Terrorismus finanzieren. China warf sie Spionage gegen die USA vor.
    Fast zeitgleich gab Präsident Wladimir Putin eine Einschätzung zum Zustand des russisch-amerikanischen Verhältnisses. „Die russisch-amerikanischen Beziehungen bleiben trotz existierender Auseinandersetzungen ein wichtiger Faktor bei der Gewährleistung der Stabilität und Sicherheit in der Welt“, heißt es in einem Glückwunschschreiben an US-Präsident Barack Obama anlässlich des Unabhängigkeitstages der USA.

    „Die jüngsten Äußerungen Clintons zeigen, dass in der politischen Klasse Amerikas derzeit ein neuer Pragmatismus überwiegt – das Verständnis für zunehmende politische und wirtschaftliche Kosten, die die USA angesichts des fehlenden Zusammenwirkens mit Russland tragen müssen. Es gibt mehrere Bereiche, in denen ein solches Zusammenwirken den vitalen Interessen der USA entsprechen – das ist der Kampf gegen den internationalen Terrorismus, darunter die Bedrohung durch IS, das sind Afghanistan, der Iran und Nordkorea“, so Experte Fjodor Wojtolowski.

    Ihm zufolge wird es mit Clinton, falls sie die Präsidentschaftswahl gewinnt, ein beschränktes Zusammenwirken mit Elementen der Abschreckung geben. Dabei werden sich die USA nie mit den Versuchen Russlands abfinden, seinen Einfluss im postsowjetischen Raum aufrechtzuerhalten. Russland werde ebenfalls entschlossen die Versuche bekämpfen, seine Politik und die Politik anderer Länder von außen zu ändern, so Wojtolowski.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Parlamentswahlen 2016, Fjodor Wojtolowski, Wladimir Putin, Hillary Clinton, Afghanistan, Iran, China, Russland, USA