14:17 10 Dezember 2019
SNA Radio
    Wladimir Putin

    Putin sieht Westen auf Konfrontationskurs

    © REUTERS / Pavel Golovkin/Pool
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    1218110
    Abonnieren

    Der russische Präsident Wladimir Putin glaubt nicht an eine baldige Verbesserung der Beziehungen mit dem Westen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    „Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass wir in absehbarer Zeit nicht mit einer Veränderung des unfreundlichen Kurses mancher unserer geopolitischen Opponenten rechnen können“, sagte Putin am vergangenen Freitag in einer Sitzung des Sicherheitsrats.

    Die negative Einstellung der westlichen Politiker gegenüber Russland versinnbildlicht ein im Februar veröffentlichter Bericht der US-amerikanischen Heritage Foundation, deren Experten im Auftrag des Pentagons die von Russland ausgehenden Gefahren bewerteten.

    Ihnen zufolge ist Russland derzeit der einzige Staat in Europa, der über alle konventionellen und unkonventionellen Waffen verfügt, die die Sicherheit der USA gefährden. Es gebe zwar keine Beweise dafür, dass der Kreml diese Waffen gegen Amerika oder andere Nato-Staaten einsetzen könnte, doch „die potenzielle Möglichkeit solcher Szenarien macht die Versorgung der US- bzw. Nato-Kräfte auf einem Niveau nötig, dass sie jegliche Schläge seitens Russlands abwehren können.“

    Solche Einschätzungen erinnern an die Zeiten des Kalten Kriegs.

    Zudem führten die Heritage-Experten an, dass der Anteil von modernen Waffen in der russischen Armee Ende 2015 bei 30 Prozent liegen und bis 2020 schon 70 Prozent betragen könnte. Dabei sei ein beträchtlicher Teil der für die Umrüstung der Streitkräfte vorgesehenen Mittel für die strategischen Atomstreitkräfte bestimmt, die bis 2018 komplett modernisiert werden sollen.

    Die potenziellen Möglichkeiten der russischen Armee wurden offensichtlich in der am 2. Juli vom Pentagon veröffentlichten Nationalen Militärstrategie mit ins Kalkül gezogen. US-Generalstabschef Martin Dempsey stellte dabei fest: „Russland hat öfter gezeigt, dass es keinen Respekt vor der Souveränität seiner Nachbarn empfindet und bereit ist, Gewalt anzuwenden, um seine Ziele zu erreichen.“ Im vorherigen Bericht aus dem Jahr 2011 hatte es keine solch scharfen Töne gegen Moskau gegeben.

    Es dauerte nicht lange, bis aus Moskau eine Reaktion auf die Vorwürfe aus Washington folgte. Präsident Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte zur neuen US-Militärstrategie: „Solche Formulierungen in einem solchen Dokument zeugen von einer Einstellung auf Konfrontation, die alles andere als objektiv gegenüber unserem Land ist, und zwar in langfristiger Perspektive.“ Mit anderen Worten: Ein neuer Kalter Krieg rückt näher.

    Präsident Putin sagte seinerseits in der erwähnten Sitzung des Sicherheitsrates: „Wir müssen binnen kurzer Zeit das gesamte Spektrum der potenziellen Herausforderungen und Risiken analysieren –politische, wirtschaftliche und im Bereich Information. Auf dieser Basis müssen wir die Strategie der nationalen Sicherheit der Russischen Föderation korrigieren.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    "Kalter Krieg ist längst da": Fünf Anzeichen
    In Berlin getöteter Georgier hat Terroranschläge in Moskauer U-Bahn organisiert – Putin
    Blutroter Himmel für Nato-Weihnachten 2019 – Lauter die Panzermotoren nicht dröhnen
    Terroristen-Auto von US-Geheimwaffe getroffen – Fotos, Video
    Tags:
    Kalter Krieg, NATO, EU, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, Russland, USA