18:42 16 August 2018
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    Barack ObamaNguyen Phu Trong und Barack Obama

    Gegen China: Obama sucht Schulterschluss mit Vietnam

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    US-Präsident Barack Obama hat einen wichtigen Schritt unternommen, um das schwere Erbe des tragischen Vietnam-Krieges loszuwerden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    20 Jahre nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Vietnam reiste der ZK-Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, Nguyen Phu Trong, nach Washington. US-Präsident Barack Obama empfing den vietnamesischen Kommunistenchef im Weißen Haus und schloss damit ein dunkles Kapitel der Geschichte der USA und stärkte die außenpolitische Wende der USA gen Asien. Das ehemalige „Aggressorland“ beansprucht die Rolle eines neuen Großen Bruders Vietnams und fungiert als Schutzmacht im Widerstand gegen China. Laut den von „Kommersant“ befragten Experten hat die US-Politik ein weiteres Ziel – Russland seinen engsten Verbündeten in Südostasien wegzunehmen.

    Der erste Besuch eines vietnamesischen Kommunistenchefs in den USA, der am Dienstag begann und am Donnerstag endete, fand anlässlich des 20. Jahrestags der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern statt (die Normalisierung der Beziehungen wurde am 11. Juli 1995 vom damaligen US-Staatsachef Bill Clinton angekündigt).

    Die Äußerungen nach den Gesprächen zeugen davon, dass die Seiten trotz bleibender Kontroversen bei Demokratie- und Menschenrechtsfragen ein qualitativ neues Niveau der Beziehungen erreichen wollen, die sich auf Bereiche wie Sicherheit und Verteidigung ausdehnen können. Bereits heute gehört Vietnam zu den wichtigsten Handelspartnern der USA in Südostasien (im vergangenen Jahr lag der Handelsumsatz bei 35 Milliarden US-Dollar, bis 2020 soll er auf 57 Milliarden US-Dollar steigen).

    Wie Nguyen Phu Trong in Washington betonte, sollen die Kontroversen nicht zum Hindernis beim Ausbau der Beziehungen werden. Er lud Obama nach Hanoi ein. Der Besuch könnte bereits im Herbst stattfinden. Zuvor hatten US-Präsidenten Bill Clinton (2000) und George W. Bush (2006) Hanoi besucht.

    Eine weitere gemeinsame politische Erklärung betraf das Südchinesische Meer, wo Vietnam zusammen mit anderen Anrainern mit Peking häufig in Gebietskonflikte gerät. „Beide Länder sind beunruhigt über die jüngsten Ereignisse im Südchinesischen Meer, welche die Spannungen verschärfen, dem Vertrauen schaden und Frieden, Sicherheit und Stabilität bedrohen“, heißt es in der Erklärung.

    „In den Beziehungen zwischen den USA und Vietnam gibt es weitaus größere Pläne als die Steigerung des Handelsumsatzes und die Diversifizierung des Handels. Obama strebt eine Umorientierung der Außen- und Verteidigungspolitik Hanois auf die USA an, die die Rolle eines neuen Großen Bruders Vietnams und Sicherheitsgaranten angesichts der chinesischen Bedrohung beanspruchen. Dieser Kurs entspricht der Abschreckungspolitik der USA in Asien, dessen Ziel die Umzingelung Pekings mit nicht befreundeten und gegenüber den USA loyalen Staaten ist“, so der russische Orientalist Dmitri Mossjakow.

    Tags:
    Nguyen Phu Trong, George W.Bush, Bill Clinton, Südchinesisches Meer, USA, Russland, China, Vietnam
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