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21:43 19 Oktober 2019
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    Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel

    Deutschland will in iranischen Markt einsteigen: Gabriel reist nach Teheran

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    Das Atomabkommen mit dem Iran ist zwar erst seit kurzem in Kraft, zeitigt aber bereits praktische Ergebnisse. Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist als erster westlicher Spitzenpolitiker zu einem dreitägigen Besuch nach Teheran gereist, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Vizekanzler Gabriel unternimmt seine Iran-Reise mit Vertretern von 60 deutschen Unternehmen. Gabriel gab zu verstehen, dass seine Mission als Fortsetzung der Vereinbarungen zwischen der Sechsergruppe (UN-Vetomächte plus Deutschland) und dem Iran wahrgenommen werden soll.

    „Dass das gelungen ist, ist ein erster großer Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zum Iran“, sagte Gabriel kurz vor Beginn der Verhandlungen mit dem iranischen Ölminister Bidschan Namdar Sangane, Außenminister Dschawad Sarif und Präsident Hassan Rouhani.

    Dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, zufolge ist der Besuch „ein Signal der Ermutigung“ an die deutschen Unternehmen, die in den vergangenen Jahren viele Marktanteile im Iran verloren hätten. Der Handelsumsatz zwischen Deutschland und dem Iran könne in den kommenden zwei bis drei Jahren zehn Milliarden Euro ausmachen (im vergangenen Jahr lag er bei 2,6 Milliarden Euro), so Schweitzer.

    Gabriels Teheran-Reise als erster hochrangiger westlicher Politiker nach der Aufhebung der Sanktionen hängt mit den langjährigen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran zusammen. Bis zur Islamischen Revolution 1979 spielten deutsche und französische Unternehmen die wichtigste Rolle unter den Europäern im Iran.

    Später wurde die Kooperation jedoch abgebaut. Der deutsch-iranische Handelsumsatz sank in den vergangenen zehn Jahren um das Dreifache. Um der deutsch-iranischen Kooperation einen neuen Schub zu verleihen, sind Vertreter von Branchengrößen wie Siemens, Volkswagen, Daimler und Linde mit in den Iran gereist.

    „Deutsche und andere europäische Unternehmen beginnen ihre Tätigkeit im Iran nicht von Anfang an. Ein Teil von ihnen war auf dem iranischen Markt bereits vor 1979 anwesend. So handelt es sich eher um einen Wiederaufbau, um Modernisierung und Entwicklung der traditionellen Verbindungen gemäß den Realien des 21. Jahrhunderts“, so der Politologe Andrej Fjodorow. Die Unternehmen haben bereits Geschäftspläne vorbereitet. In den nächsten zwei Jahren sollen in den iranischen Markt 150 bis 200 Milliarden Euro investiert werden.

    Die sich rasant verändernde Situation auf dem iranischen Markt könnte eine Herausforderung für Russland sein, weil sich die Konkurrenz mit westlichen und asiatischen Unternehmen verschärft hat. Dennoch habe Russland eigene Marktnischen wie zivile Atomwirtschaft, Ölförderung, Modernisierung der Eisenbahn, den Verkauf von Maschinenbau-Erzeugnissen und Zivilflugzeugen sowie die militärtechnische Kooperation, so Fjodorow.

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    Tags:
    Maschinenbau, Modernisierung, Kooperation, Sanktionen, Atomprogramm, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Andrej Fjodorow, Eric Schweitzer, Bidschan Namdar Sangane, Sigmar Gabriel, Iran, Deutschland