23:57 07 Dezember 2019
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    Deutsch-französischer Panzer: Leopard 3 soll Russland abschrecken

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    Die deutsche Bundeswehr darf mit einer umfassenden Aufrüstung rechnen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bringt ein ambitioniertes Projekt nach dem anderen voran. Als oberste Priorität gilt die Entwicklung von U-Booten und Panzern. Bereits in diesem Jahr könnten die Arbeiten am neuen Leopard-3-Panzer beginnen. Auch Frankreich wird sich an diesem Projekt höchstwahrscheinlich beteiligen.

    Der deutsche Konzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) baut den Panzer Leopard und das gepanzerte Infanteriefahrzeug Boxer. Der französische Staatskonzern Nexter produziert den Panzer Leclerc. Ein Vertrag zwischen beiden Unternehmen soll bereits bis Ende Juli unterzeichnet werden. Der neue Konzern soll Kant heißen und Panzer der neuen Generation herstellen.

    Ein Weckruf für die deutsch-französische Kooperation war die jüngste Militärparade am 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau, bei der der neue russische Armata-Panzer erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Damit wurde klar, dass der in Deutschland als Exportschlager hochgelobte Leopard-2-Panzer inzwischen der Vergangenheit angehört. Deshalb ist ein neuer Panzer dringend nötig.

    Aber die von Russland angeblich ausgehende Gefahr ist natürlich nicht der einzige Grund für die künftige deutsch-französische Kooperation. Für die deutsche Rüstungsindustrie ist die Bundeswehr ein Kunde mit einem beschränkten Budget, der nicht besonders viele Waffen kaufen kann. Beim Waffenexport gibt es bisweilen Verbote. So scheiterte beispielsweise ein Deal zwischen KMW und Saudi-Arabien, der den Deutschen fast zwei Milliarden Euro hätte einbringen können. Dank des Zusammenwirkens mit Frankreich, wo die Exportregeln nicht so streng sind, könnten die Deutschen ihre Rüstungen leichter ins Ausland verkaufen.

    Ob es wirklich dazu kommt, kann man vorerst nicht so sicher sagen. KMW und Nexter werden möglicherweise ihre seit fast einem Jahr andauernden Verhandlungen abschließen. Das entscheidende Wort in Bezug auf den Deal gehört aber der Bundesregierung. Die SPD fürchtet eine Lockerung der Waffenexportkontrolle. Zudem will man verhindern, dass die Franzosen deutsches Know-how abgreifen. Außerdem könnten Arbeitsplätze in der Bundesrepublik bei einer solchen Kooperation gestrichen werden. Was für Panzer der neue Konzern bauen würde, ist ebenfalls noch unbekannt. Die Deutschen wollen, dass das Leopard-Modell als Basis gilt. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass die Franzosen auf einem Hybridmodell bestehen werden.

    Das deutsch-französische Panzerprojekt orientiert sich nicht nur an den europäischen Absatzmarkt. Der Rüstungsexperte Christian Mölling von der Stiftung Wissenschaft und Politik verwies darauf, dass deutsche und andere europäische Waffenhersteller dringend neue Märkte brauchen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb unlängst über diesen neuen Aspekt des Wettbewerbs zwischen dem Westen und Russland und fragte: „Soll Moskau für bestimmte Kunden aus Asien oder Afrika wieder ein beliebtes Waffenkaufhaus werden, oder kann Deutschland sich — unter bestimmten Bedingungen — Lieferungen von Großgerät vorstellen?“ Das klingt fast wie Konkurrenzansage für Russland.

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    Tags:
    Leopard-2-Panzer, Ursula von der Leyen, Saudi-Arabien, Russland, Frankreich, Deutschland