13:48 19 Juli 2018
SNA Radio
    Wladimir Putin an Board der Fregatte Admiral Gorschkov

    Neue Marinedoktrin: Russland verstärkt Präsenz auf den Weltmeeren

    © Sputnik / Mikhail Klimentiev
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    41177

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Sonntag die 14 Jahre alte Marinedoktrin geändert, schreibt die „Kommersant“ am Montag.

    Putin unterzeichnete am Tag der russischen Kriegsmarine eine neue Marinedoktrin. Der russische Staatschef verkündete die neue Marinedoktrin bei einer Sitzung mit Vizepremier Dmitri Rogosin, Verteidigungsminister Sergej Schoigu, Oberbefehlshaber der russischen Marine, Viktor Tschirkow, und dem Kommandeur des Militärbezirks West, Anatoli Sidorow, an Bord der Fregatte „Admiral Gorschkow“ in Baltijsk (Gebiet Kaliningrad).

    Wie Vizepremier Rogosin mitteilte, ist die Marinedoktrin aufgrund der neuen internationalen Lage und Russlands Erstarken als Seemacht geändert worden. Die Doktrin umfasse vier Richtungen – militärische Präsenz, Seewege, Forschung und Erschließung von Bodenschätzen.

    In der Doktrin spielt die Antarktis eine wichtige Rolle. „In der letzten Zeit entwickeln sich um die Antarktis viele Ereignisse, das ist eine sehr interessante Region für Russland“, sagte Rogosin. In der Antarktis gebe es sehr viele Ressourcen.

    Am wichtigsten seien aber der Atlantik und die Arktis. Im Atlantik nähere sich die Nato schnell den russischen Grenzen an, so Rogosin. Die russische Marinepolitik im Atlantik werde von den Bedingungen in der Region sowie fehlenden Rechtsmechanismen zum Schutz der internationalen Sicherheit bestimmt, heißt es in der Doktrin. Russland akzeptiere nicht die Pläne der Nato, militärische Infrastruktur in der Nähe russischer Grenzen zu errichten und sich eine globale Funktion zu verleihen. Im Atlantik sei es wichtig, langfristig eine ausreichende Marinepräsenz zu sichern.

    Im Schwarzen und Asowschen Meer wird Russland seine strategischen Positionen wiederaufbauen. Zu den Aufgaben gehören die Sicherung des Zugangs zur Krim und der Aufbau von Werften auf der Halbinsel. Das Mittelmeer soll eine Zone der militärpolitischen Stabilität werden.

    In der Arktis sollen der russischen Flotte freie Seewege zum Atlantik und Pazifik gewährleistet werden. Diese Richtung sei wichtig, weil die Nördliche Seeroute an Bedeutung gewinne, so Rogosin. Russland will die Bedrohungen in der Arktis reduzieren, das Potential der Marine stärken und die Nordflotte weiterentwickeln. Auf dieser Weise wolle Russland die Grenzen des Kontinentalschelfs im Nordpolarmeer festlegen.

    Im Pazifischen Ozean will Russland freundschaftliche Beziehungen mit China entwickeln. Im Indischen Ozean sollen die freundschaftlichen Beziehungen mit Indien ausgebaut werden. Russland wolle seine Positionen auf den Weltmeeren festigen, heißt es in der Doktrin.

    Laut dem staatlichen Rüstungsprogramm 2011/2020 stehen für die Kriegsmarine 4,7 Billionen Rubel zur Verfügung. Acht U-Boote des Projekts 955 „Borej“ und acht U-Boote des Projekts „Jassen“, acht Fregatten des Projekts 22350 und sechs Fregatten des Projekts 11356 sowie 35 Korvetten, sechs Raketenschiffe des Projekts 21360 „Bujan“ und sechs große Landungsschiffe des Projekts 11711 sollen in dieser Zeit in den Dienst gestellt werden.

    Zum Thema:

    Putin fasst Militärdoktrin neu – Atomwaffeneinsatz zur Verteidigung möglich
    Dutzende Kriegsschiffe und Jets: Nato plant massive Übung im Schwarzen Meer
    Raketenschießen im Schwarzen Meer: Russland bereitet sich auf Tag der Marine vor
    Russische Schwarzmeer-Flotte bekommt neue U-Boote
    Tags:
    Marine, Seedoktrin, Borej (U-Boot), Fregatte „Admiral Gorschkow, NATO, Anatoli Sidorow, Dmitri Rogosin, Viktor Tschirkow, Wladimir Putin, Krim, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren