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18:31 20 August 2019
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    Polizei in Schweden

    Anschlag vereitelt: Schwedische Neonazis planten schlimmeres Massaker als Breivik

    © REUTERS / TT News Agency
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    Nowyje Iswestija
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    In Schweden ist ein Großanschlag von Neonazis auf Flüchtlinge vereitelt worden, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Vor einer Woche wurden bei Rechtsextremisten 500 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. In dem etwa 100 Kilometer südlich von Göteborg gelegenen Falkenberg stoppte die Polizei einen 30-jährigen Mann in seinem Auto, der vermutlich unter Drogeneinfluss stand. Der arbeitslose Rechtsextreme war äußerst nervös, seine Bewegungen fahrig. Die Polizisten durchsuchten das Landgut, auf dem er wohnte. Drogen wurden zwar nicht gefunden, dafür aber 50 Kilogramm Sprengstoff. Zudem entdeckten die Polizisten etliche Devotionalien zu Hitler und dem Dritten Reich.

    Während der Durchsuchung fuhr ein Politiker der rechtsextremen Partei „Schwedische Demokraten“ zu dem Haus des Festgenommen. In seinem Auto wurden Sprengzünder gefunden. Anschließend wurden etliche Wohnungen von Rechtsradikalen in der Gegend von Falkenberg durchforstet. Insgesamt mehr als 500 Kilogramm Sprengstoff wurden entdeckt. Experten zufolge könnte man mit dieser Menge an Sprengstoff ein ganzes Stadtviertel in die Luft sprengen. Vier Männer wurden festgenommen.

    Nach Angaben der schwedischen Zeitung „Expressen“ plante der Neonazi einen Bombenanschlag auf ein Flüchtlingslager. „Hätte ich es gewollt, hätte ich sogar Breivik übertroffen“, zitiert „Aftonbladet“ den potentiellen Massenmörder.

    Skandinavische Medien und Experten fühlen sich an das Massaker vom 22. Juli 2012 in Norwegen erinnert. Der Rechtsextreme Andreas Breivik tötete damals 77 Menschen und bezeichnete seine Tat als Beginn eines Kreuzzuges zur Rettung der weißen Rasse. Der  Massenmörder war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. So schlecht scheint es ihm im Gefängnis aber nicht zu gehen, vor einigen Monaten schrieb sich Breivik an der Universität Oslo ein.

    Laut einem Kolumnist der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“ wächst der Rechtsextremismus in Schweden unter schweigender Zustimmung eines großen Teils der Bevölkerung und der Passivität der Medien und Behörden. Deutlich mehr Aufmerksamkeit werde der islamischen und linken Bedrohung als den Nachfolgern Hitlers gewidmet. Den Neonazis, die in den Bataillonen der Nationalgarde in der Ukraine gekämpft haben, werde weder in den Medien noch von den Behörden kaum Aufmerksamkeit gewidmet.

    Die rechtsextreme Partei „Schwedische Demokraten“ wird zunehmend populärer. Umfrageergebnissen zufolge wollen rund 25 Prozent der schwedischen Wähler ihre Stimme für sie abgeben. Bei den Wahlen im vergangenen Jahr kam die Partei auf 13 Prozent und wurde zur drittstärksten Partei des Landes. „Bei den nächsten Wahlen werden wir die größte politische Partei Schwedens sein“, sagte der Parteichef Jimmy Akesson damals.

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    Tags:
    Rechtsextremismus, Partei „Schwedische Demokraten, Jimmy Akesson, Anders Behring Breivik, Norwegen, Schweden