23:03 21 November 2019
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    Schiff der Mistral-Klasse Wladiwostik

    Statt zwei Mistral-Hubschrauberträgern kommen 1,2 Milliarden Euro nach Russland

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    Russland und Frankreich haben sich offenbar auf eine Lösung des Streites um die geplatzte Lieferung zweier Hubschrauberträger der Mistral-Klasse geeinigt. Kreml-Berater Wladimir Koschin zufolge sollen die beiden Staatschefs in den nächsten Wochen die Aufkündigung des Vertrages verkünden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    „Ich hoffe, dass demnächst ein Abkommen zur Aufkündigung des Vertrags unterzeichnet wird, dann wird die Summe genannt, die Frankreich an uns zahlen wird“, sagte Koschin. Die französischen Behörden nahmen keine Stellung zu dieser Frage. Die Sprecher der französischen Regierung, des Verteidigungsministeriums und des Außenministeriums sagten, dass sie über keine Informationen zum Abschluss der Verhandlungen verfügen.
    Der Sprecher der französischen Staatswerft DCNS, Emmanuel Gaudez, wollte keine Prognose über das Schicksal der beiden Schiffe abgeben. Der Élysée-Palast teilte mit, den Mistral-Deal bis kommende Woche nicht zu kommentieren.

    Nach „Kommersant“-Angaben wurden die endgültigen Vereinbarungen zur Aufkündigung des Rüstungsdeals bei Gesprächen zwischen Vizepremier Dmitri Rogosin und dem französischen Generalsekretär für Verteidigung und Nationale Sicherheit, Louis Gautier, erreicht. Sie hatten im Frühjahr begonnen. Paris und Moskau hatten lange Zeit über die Schadensersatzsumme gefeilscht. Zu Beginn der Verhandlungen war Frankreich bereit gewesen, Ausgaben und Verluste im Wert von 784,6 Millionen Euro zu kompensieren.

    Russland hatte eine höhere Summe gefordert. Zu der Vorauszahlung von 892,9 Millionen Euro kommen Ausgaben für die Ausbildung von 400 Matrosen, den Bau der Infrastruktur in Wladiwostok und die Arbeiten an vier Testmodellen von bordgestützten Ka-52K-Hubschraubern hinzu. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 1,163 Milliarden Euro. Diese Summe werde sicher zurückgezahlt, so „Kommersant“-Quellen. „Zudem gibt es Risiken und Ausgaben wegen der Demontage und dem Abtransport der russischen Ausrüstungen von den Schiffen.“

    Nach „Kommersant“-Angaben könnten diese Fragen bereits in der ersten August-Hälfte gelöst werden. Danach sollen der russische Präsident Wladimir Putin und sein französischer Amtskollege Francois Hollande eine offizielle Erklärung abgeben.

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    Ka-52, Mistral, Werft DCNS, Emmanuel Gaudez, Frankreich, Russland