12:53 21 November 2018
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    Mustafa Dschemiljew, der Beauftragte des ukrainischen Präsidenten für die Rechte des krimtatarischen Volkes

    Kongress in Ankara: Streit um Krim-Tataren

    © AFP 2018 / Sergei Supinsky
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    Kommersant
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    Auf dem in der türkischen Hauptstadt Ankara zu Ende gegangenen Weltkongress der Krim-Tataren ist Russland wegen „Ignorierung der Grundfreiheiten“ kritisiert worden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Diese Kritik hat die krimtatarische Diaspora gespalten und empört diejenigen, die die Politik Russlands unterstützen. Diese warfen den nach Ankara gereisten Mitgliedern der Medschlis (Repräsentanz des krimtatarischen Volkes) vor, antirussische Stimmungen und ethnische Konflikte zu schüren. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erklärte sich derweil bereit, der Halbinsel Krim den Status einer territorialen Autonomie der Krim-Tataren zu verleihen.

    Nach dem zweitägigen Treffen der Vertreter der krimtatarischen Diaspora aus zwölf Ländern wurden die Uno und die Weltgemeinschaft aufgerufen, das Vorgehen Russlands gegen das krimtatarische Volk seit der Zerstörung des Krim-Khanats als Völkermord anzuerkennen. Die Verfasser des Dokuments kritisieren Moskau wegen der „Krim-Annexion“ im März 2014 und werfen Russland vor, die Grundfreiheiten der Krim-Tataren zu ignorieren.

    Das Treffen in Ankara war von dem Beauftragten des ukrainischen Präsidenten für die Rechte des krimtatarischen Volkes, Mustafa Dschemiljew, und dem Medschlis-Vorsitzenden Refat Tschubarow organisiert worden.

    Die Vertreter der Krim-Tataren, die Russlands Politik unterstützen, kritisierten die Veranstalter des Kongresses in Ankara. Laut dem Vizepremier der Krim, Ruslan Baljbek, waren nicht alle auf der Krim lebenden Tataren bei der Veranstaltung repräsentiert. Der erste Vizepremier der Krim, Rustam Temirgalijew, warf Dschemilew vor, einen ethnischen Konflikt in Russland schüren zu wollen.

    „Wir haben es mit einer systematischen Herangehensweise zu tun, bei der die Krim-Tataren als Hauptfaktor bei der Destabilisierung der Situation auf der Halbinsel benutzt werden “, sagte Temorgalijew in Bezug auf die Bereitschaft Poroschenkos, der Krim den Status einer territorialen Autonomie zu verleihen.

    Vertreter der krimtatarischen Diaspora in Moskau versammelten sich am Samstag vor der türkischen Botschaft und wandten sich an Präsident Recep Tayiip Erdogan mit der Bitte, das destruktive Vorgehen Dschemilews und Tschubarows in der Türkei zu stoppen. Dennoch wird Erdogan dieser Bitte kaum folgen. Bei seiner Rede an die Kongressteilnehmer sicherte er zu, dass Ankara die Angliederung der Krim an Russland nicht anerkennen werde. 

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